Die Frauen des FC Bayern haben auch ihre zweite Aufgabe in der neuen Bundesligasaison souverän gelöst. Noch mehr als der 2:0-Heimsieg gegen den Aufsteiger FSV Mainz 05 bewegten im Anschluss jedoch die Comebacks von Giulia Gwinn und Lena Oberdorf die Gemüter.
Die beiden Nationalspielerinnen waren nach monatelanger Ausfallzeit erstmals wieder zum Einsatz gekommen, Gwinn erzielte den Führungstreffer (38. Minute); Vanessa Gilles (90.+1) sorgte spät für den Endstand. Gwinn, die vorige Woche zum zweiten Mal zu Deutschlands „Fußballerin des Jahres“ gewählt wurde, war im Mai an der Schulter operiert worden und seither ausgefallen, Oberdorf hatte im Oktober des vergangenen Jahres ihren zweiten Kreuzbandriss erlitten.
Mit einem Blumenstrauß in der Hand, den ihre Freundin ihr ins Stadion hatte liefern lassen, versuchte Oberdorf, am Montagabend nach der Partie im Stadion am Klubcampus ihre Gefühle zu sortieren: „Ich war bei der Einwechslung ein bisschen emotional, ich hatte ein paar Tränen in den Augen, ich musste mich kurz sammeln“, sagte sie über den Moment an der Seitenlinie in der 71. Minute.
„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dem Team wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen zu können“, fügte Oberdorf an, die sich im Juli 2024 einen ersten Kreuzbandriss zugezogen und daraufhin die Olympischen Spiele verpasst hatte. Es sei „unheimlich schön, wieder bei der Mannschaft zu sein, ein Spiel zu machen, in dem es um etwas geht. Ich habe es echt vermisst.“
Gwinn war nach der Rückkehr ihrer Mitspielerin voll des Lobes für Oberdorf: „Sie ist enorm gewachsen, vor allem als Mensch“, sagte die Münchner Kapitänin über die Mittelfeldspielerin, „sie hilft uns jetzt schon extrem auf dem Platz, das macht Lust auf mehr.“
Bei Gwinn wird damit gerechnet, dass Bundestrainer Christian Wück sie für die Länderspiele am 9. Oktober in Karlsruhe gegen Australien und am 13. Oktober in Bremen gegen Japan nominiert. Bei Oberdorf wollen alle Beteiligten mit Blick auf ihre Verletzungshistorie vorsichtiger vorgehen.
