Natalja, 39, hat in der Ukraine als Leihmutter drei Mädchen für andere Eltern auf die Welt gebracht. Die Kinder sind heute 11, 9 und 7 Jahre alt. Natalja lebt inzwischen in Deutschland mit ihren vier leiblichen Kindern, die 21, 15, 2 und 1 sind.
Für mich ist es ein Akt der Nächstenliebe, ein Kind für andere auszutragen. Drei kinderlosen Paaren – aus Bulgarien, Australien und der Ukraine – habe ich geholfen, ein Kind zu bekommen. Ich bereue das überhaupt nicht! An die Geburt von Theodora, meinem zweiten Leihmutterbaby, erinnere ich mich gut. Eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin hatte ich einen Blasensprung. Die Eltern waren noch am Flughafen, ich brachte sie alleine zur Welt. Nach der Geburt meines ersten Leihmutterbabys hatten die Ärzte das Kind sofort den Eltern im Nebenzimmer gebracht. Als ich das kleine Mädchen so anschaute, das neun Monate in meinem Bauch gewachsen war, das ich für ein Ehepaar ausgetragen hatte, das sich sehnlichst ein Kind wünschte und viele Fehlgeburten erlitten hatte, merkte ich deutlich den Unterschied zu meinen eigenen Kindern. »Sie sieht hundert Prozent aus wie ihr Vater«, habe ich damals zu den Ärzten gesagt. Meinen beiden Kindern, die ich damals schon hatte, ähnelte sie überhaupt nicht. Sie hatte nicht die großen, blauen Augen meiner ersten Tochter; nicht so schwarze Haare wie mein Sohn.
