Frederik Ruppert aus Tübingen hat sich zum Europameister über 3000 Meter Hindernis gekrönt. Der 29-Jährige lief in Birmingham nach 8:25,33 Minuten zu seinem ersten großen Titel der Karriere. Ruppert setzte sich im Alexander Stadium gegen den Luxemburger Ruben Querinjean (8:25,61) durch.
Bronze ging wie vor zwei Jahren an Karl Bebendorf (8:26,65/Dresden). Das Duo gewann die Medaillen 19 und 20 für das deutsche Team bei diesen Titelkämpfen. Niklas Buchholz wurde Neunter (8:31,08).
Silbermedaille für Sprint-Staffel um Gina Lückenkemper
Darüber hinaus hat sich die gemischte deutsche Sprint-Staffel die Silbermedaille gesichert. Kevin Kranz, Rebekka Haase, Heiko Gussmann und Gina Lückenkemper kamen über die 4×100 Meter nach 40,11 Sekunden ins Ziel.
Den Sieg holte sich mit einem Europarekord in 39,97 Sekunden das Mixed-Team von Gastgeber Großbritannien. Die nun vierfache Europameisterin Amy Hunt brachte die Führung auf der Zielgeraden gegen Lückenkemper ins Ziel. Bronze ging an Spanien in 40,42 Sekunden. Die 4×100-Meter im Mixed waren erstmals Teil der Leichtathletik-Europameisterschaften.

Für Kranz und Gussmann ist es schon die zweite Medaille in Birmingham nach Silber mit der 4×100-Meter-Staffel der Männer am Samstag. Im Einzel hatte der von einer Sperre bedrohte Owen Ansah den Titel über 200 Meter und Bronze über 100 Meter gewonnen. Wegen einer drohenden Sperre hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband Ansah vorsichtshalber nicht für die Staffeln aufgestellt, um keine nachträgliche Disqualifikation zu riskieren.
Haase und Lückenkemper entschädigten sich für das Aus der deutschen Frauen-Staffel im Vorlauf. Dort hatte der letzte Wechsel von Sophia Junk auf Lückenkemper nicht geklappt. Die DLV-Sprinterinnen hatten zuletzt jeweils Bronze bei Olympia 2024 in Paris und der WM im Vorjahr in Tokio geholt. Bei der Heim-EM 2022 in München gehörten Haase und Lückenkemper zum Gold-Team.
Speerwerferin Ulbricht gewinnt sensationell Silber
Sensationell Silber gewonnen hat auch Speerwerferin Julia Ulbricht. Die 25-Jährige belegte im ersten großen Finale ihrer Karriere mit 61,53 Metern in ihrem ersten Versuch vollkommen überraschend den zweiten Platz. Besser war nur die neue Europameisterin Sara Kolak aus Kroatien (62,43 Meter). Dritte wurde die Serbin Adriana Vilagos (60,93 Meter).

Mit ihrem Silber-Wurf kam Ulbricht bis auf fünf Zentimeter an ihre persönliche Bestleistung heran, die sie vor drei Wochen bei ihrem Sieg bei den deutschen Meisterschaften aufgestellt hatte. Die bislang letzte Medaille einer deutschen Speerwerferin bei einer EM hatte vor acht Jahren Christin Maurer, damals noch unter ihrem Geburtsnamen Hussong, mit ihrem Titelgewinn bei der Heim-EM in Berlin geholt.
Ulbricht galt vor der EM trotz ihrer kurz zuvor aufgestellten Bestleistung als Außenseiterin. Aber schon in der Qualifikation deutete sie an, dass sie in den Medaillenkampf eingreifen kann. Mit 60,86 Metern landete sie auf dem zweiten Platz. Im Finale legte sie dann noch einmal mehr als einen halben Meter drauf.
