
„Ich dachte nach der letzten Saison wirklich, ich wäre fertig“, sagte LeBron James am Freitag. Aber so schnell dankt der Mann, den sie „King James“ nennen, dann doch nicht ab. Und so verkündete der Superstar des Basketballs nun das nächste Ziel seiner langen Reise durch die US-Basketballliga NBA: In der neuen, seiner insgesamt 24. Saison trägt James das Trikot der Philadelphia 76ers.
„Das ist meine letzte Entscheidung. Es geht mir nicht ums Geld. Es geht mir nicht um die Familie. Wofür spiele ich an diesem Punkt eigentlich noch? Ich möchte noch immer Opfer bringen. Ich möchte mich noch immer messen“, erklärte James, zuletzt acht Jahre lang bei den Los Angeles Lakers unter Vertrag, seine Entscheidung.
Die 76ers – ein „Meisterteam“?
Warum gerade die 76ers, die seit 1983 auf einen Titel warten? Eigentlich galten eher die Golden State Warriors als heißer Kandidat, auch eine Rückkehr zu seinen früheren Klubs Cleveland und Miami schien denkbar. Doch das Rennen machte Philadelphia. „Ich bin überzeugt, dass ich dazu beitragen kann, die 76ers zu einem Meisterteam zu machen“, sagte James. Laut dem stets bestens informierten NBA-Reporter Shams Charania unterschrieb James einen Zweijahresvertrag. Im zweiten Jahr könne er sich auf eine Option berufen, eigenmächtig über ein weiteres Jahr in Philadelphia zu entscheiden.
Nach dem Play-off-Aus im Mai gegen Oklahoma City Thunder hatte James die Entscheidung über seine Zukunft noch offengelassen. „Mir war klar, dass ich etwas Zeit brauchte, um mich wirklich zu entscheiden, aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich mein letztes Spiel bestritten hatte“, schrieb James am Freitag. Es sollte anders kommen.
Durch den Abschied trennen sich auch die Wege von Vater und Sohn, denn der 21 Jahre alte Bronny James, mit dem sein Vater gemeinsam für L.A. auflief und sich einen Traum erfüllte, bleibt nach derzeitigem Stand bei den Lakers. In Philadelphia trifft James derweil auf den deutschen Basketballprofi Ariel Hukporti.
James hat in seiner Karriere viermal den NBA-Titel gewonnen: 2012 und 2013 mit Miami Heat, 2016 mit den Cleveland Cavaliers und zuletzt 2020 mit den Lakers. In der vergangenen Saison hatte er mit durchschnittlich 20,9 Punkten, 7,2 Assists und 6,1 Rebounds in der NBA-Hauptrunde überzeugt, in den Play-offs gelangen ihm ähnliche Werte. Ohne den verletzten Luka Dončić waren die Lakers gegen den damaligen Champion OKC im Viertelfinale allerdings chancenlos.
