
Der Landkreis Darmstadt-Dieburg kann heute schon erfüllen, was erst mit dem Schuljahr 2029/30 verpflichtend ist: die Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Er ist damit in Hessen führend. Zurzeit arbeitet der Landkreis als Schulträger an einem weiteren Konzept.
Vor zehn Jahren gab es in Hessen erste Pilotschulen im „Pakt für den Ganztag“. Gemeinsam mit dem Land Hessen organisierte auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg damals an fünf Schulen erste Bildungs- und Betreuungsangebote nach dem regulären Schulunterricht. Im Schuljahr 2026/27 hatten sich bereits 56 Schulen dem Angebot angeschlossen. Mit Beginn des aktuellen Schuljahres kam noch die Friedrich-Ebert-Schule in Griesheim dazu. Von den 66 Grundschulen in der Trägerschaft des Landkreises haben sich acht für andere Modelle entschieden.
Für 2901 Schulanfänger gilt seit dem 1. August der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Rund zwei Drittel nehmen nach Mitteilung von Schuldezernent Lutz Köhler (CDU) das Angebot an, alle haben einen Betreuungsplatz bekommen. Neben den Erstklässlern könne der Schulträger an den 66 Grundschulen und Förderschulen mit Grundstufe auch allen Schülerinnen und Schülern der Klassen zwei bis vier ein Ganztagsangebot machen. Damit habe der Landkreis Darmstadt-Dieburg weiterhin eine Spitzenposition in Hessen. Als Schulträger habe der Kreis rechtzeitig Schulen umgebaut, an Schulen angebaut und neue Schulen errichtet.
Alle Räume sollen multifunktional nutzbar sein
Verschiedene Träger betreiben die einzelnen Betreuungseinrichtungen. Seit 2015 stellt die Betreuung gGmbH Angebote für die Ganztagsbetreuung bereit. Daneben gibt es Ganztagsangebote vom Arbeiter-Samariterbund bis zur Stadt Weiterstadt. Die Betreuungs gGmbH wird von 33 Schulen genutzt und ist damit der größte Anbieter.
Bei entsprechendem Bedarf könne der Landkreis bereits ab 7 Uhr ein Betreuungsangebot machen und zudem den Betreuungsanspruch auch in den Ferien erfüllen, sagte Schuldezernent Köhler.
Mit multifunktional nutzbaren Räumen will der Landkreis Geld sparen. Bisher werden die Klassenzimmer für den Unterricht und die eigens geschaffenen Betreuungsräume für die Nachmittagsbetreuung genutzt. Folglich stehen die Betreuungsräume vormittags und die Schulräume nachmittags leer. Der Kreis will künftig alle Räume so möblieren, dass sie auch ganztags genutzt werden können. An der Grundschule in Ueberau wird das in einem Modellversuch ausprobiert.
Mit Beginn des neuen Schuljahres waren im Landkreis 12.070 Grundschüler angemeldet, von denen 7526 Betreuungsangebote wahrnehmen. Verschiedene Module decken verschiedene Betreuungszeiten ab. Den größten Zuspruch hat das Modul mit einer Betreuung bis 15.30 Uhr.
Für die Nachmittagsbetreuung zahlt das Land Hessen dem Landkreis Darmstadt-Dieburg dieses Jahr 4,85 Millionen Euro. Der Landkreis steuert aus eigenen Mitteln 1,6 Millionen Euro bei.
