Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw und ihre Umgebung in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei seien mindestens fünf Menschen getötet worden, teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, bei Telegram mit. Eine Zivilistin wurde demnach in der Hauptstadt getötet, 14 weitere im Umland. Rettungskräften zufolge wurden 27 Personen verletzt.
Der Militärverwaltung zufolge wurden auch Wohnhäuser und Lagerhallen
beschädigt. Durch
die Angriffe seien in mehreren Stadtbezirken Brände ausgelöst worden.
Augenzeugen berichteten ab Mitternacht von mehreren heftigen, über eine Stunde verteilte Explosionen in verschiedenen Stadtteilen. Die Luftabwehr war im Einsatz. Kurz zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe mitgeteilt, dass mehrere russische Raketen im Anflug seien, und die Bewohner zur Vorsicht aufgerufen. Russland äußerte sich zunächst nicht zu den Angriffen.
Menschen unter Trümmerteilen vermutet
In mindestens sieben Bezirken gab es Schäden. In Holossijiw seien zwei Verletzte aus den Trümmern eines Lagergebäudes geborgen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Eine Rettungsaktion dauerte zunächst noch an. Es werde befürchtet, dass sich noch weitere Menschen unter den Trümmern befinden könnten. Im Bezirk Obolon sind Klitschko zufolge mehrere Brände ausgebrochen. In Desna geriet ein Lagerhaus in Brand. Trümmerteile einer Rakete seien in der Nähe eines Wohngebiets heruntergefallen.
Die ukrainische Hauptstadt wurde insbesondere im zurückliegenden Monat immer wieder von Russland angegriffen. Erst in der Nacht zum Samstag hatte Russland Kyjiw mit heftigen Angriffen, ebenfalls mit ballistischen Raketen, überzogen. Dabei wurden mindestens neun Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt.
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben nicht mehr genug Abfangraketen, um russische Angriffe mit ballistischen Raketen erfolgreich abzuwehren, und drängt bei ihren Verbündeten seit Monaten auf weitere Lieferungen.
