Nida, das einst Nidden hieß, ist ein zauberischer Ort, wie stillgestellt, eingeschlossen in Zeit und Raum. Das Geglitzer der Sonnenstrahlen tanzt auf den Wellen, das Rauschen der Ostsee füllt die Ohren, ein sanfter Wind streift zwischen den Kiefern und Birken hindurch, über die sandigen Böden. Und wen die Weite, Weite, Weite des weißen Strandes unberührt lässt, dem ist vermutlich ohnehin nicht zu helfen.
Ausgerechnet durch dieses nördliche Paradies aber verläuft eine der härtesten Grenzen Europas, durch die Dünen, zwischen dem Strandhafer hindurch, und durch das flache Wasser des Haffs. Hier stoßen, wie zwei geopolitische Kontinentalplatten unter Spannung, die Territorien von Nato und Russland aufeinander.
