Google baut seine Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Anthropic aus. Die Tochter des Alphabet-Konzerns werde zusätzliche bis zu 40 Milliarden US-Dollar (rund 34 Milliarden Euro) in das Unternehmen für Künstliche Intelligenz investieren, teilte Anthropic mit. Zehn Milliarden US-Dollar sollen demnach sofort an Anthropic gehen. Die Investition weiterer 30 Milliarden US-Dollar werde vom Erreichen bestimmter Entwicklungsziele bei Anthropic abhängig gemacht.
Google arbeitet bereits seit mehreren Jahren als strategischer Partner und Minderheitseigner mit Anthropic, dem Rivalen des KI-Pioniers OpenAI, zusammen. Dabei verwendet Anthropic auch KI-Chips von Google.
Zuvor hatte bereits Amazon neue Milliardeninvestitionen in Anthropic bekanntgegeben. Zunächst zahlt der US-Konzern weitere fünf Milliarden US-Dollar an die KI-Firma, beim Erreichen bestimmter Leistungsziele sollen auch hier zusätzliche 20 Milliarden US-Dollar investiert werden. Anthropic verpflichtete sich seinerseits, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Technologie von Amazon Web Services (AWS) auszugeben.
Mehr Computerkapazität benötigt
Anthropic und auch der ChatGPT-Entwickler OpenAI brauchen dringend mehr Computerkapazität für ihre Software mit Künstlicher Intelligenz. Beide Unternehmen bereiten zudem einen Börsengang vor.
Zuletzt riskierte Anthropic einen Konflikt mit der US-Regierung, da das Unternehmen trotz großen Drucks darauf bestand, dass seine KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und zur Massenüberwachung in den USA verwendet werden dürfen. Daraufhin stufte das US-Verteidigungsministerium Anthropic als Lieferketten-Risiko ein, was den Einsatz von Software des Unternehmens in Regierungsbehörden erheblich beeinträchtigen kann. Die Firma geht rechtlich dagegen vor.
Zuletzt machte Anthropic jedoch deutlich, wie wichtig die Technologie des Unternehmens für die US-Regierung ist. Ein neues Modell namens Claude Mythos Preview findet zum Teil seit Jahrzehnten unentdeckte Schwachstellen in verschiedener Software. In den falschen Händen wäre es eine gefährliche Cyberwaffe und könnte der US-Regierung zugleich einen Vorteil verschaffen, eigene Programme zu härten und potenzielle Schwachstellen für Spionage im Ausland auszunutzen. Anthropic hat keine Pläne, Mythos Preview öffentlich zu machen.
