
Die Künstlerin Valie Export ist am Donnerstag, wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag, in Wien gestorben. Das gab die Valie Export Stiftung bekannt. Die Österreicherin war eine Pionierin des feministischen Aktionismus und eine der wichtigsten internationalen Vertreterinnen konzeptueller Medien-, Performance- und Filmkunst. Geboren am 17. Mai 1940 in Linz als Waltraud Lehner legte sie 1967 ihren Geburtsnamen sowie den Namen ihres Ex-Mannes ab und erfand den Künstlernamen VALIE EXPORT als eigenständiges Markenlogo. Ihr erstes Objekt war eine Zigarettenpackung mit ihrem Porträt und dem an die Zigarettenmarke „Smart Export“ angelehnten Künstlernamen.
In vielen ihrer Werke lotete sie Grenzen aus, thematisierte die Rolle von Geschlecht, Geschlechterhierarchien und Machtverhältnissen. Sie verstand den weiblichen Körper als Schlachtfeld und bediente sich Video, Fotografie und Performance, um die „mediale Konstruktion von Weiblichkeit“ zu dekonstruieren. Ihren eigenen Körper benutzte sie mit einer Intensität als Medium, die das Publikum oft erschütterte. Dennoch waren ihre Arbeiten immer hochphilosophische Untersuchungen über die Grenze zwischen Selbst und Umwelt.
Valie Export nahm an unzähligen internationalen Ausstellungen u.a. im Pariser Centre Pompidou, bei der documenta und im New Yorker MoMA ebenso teil wie an internationalen Filmfestivals. 1980 war sie mit Maria Lassnig offizielle Vertreterin Österreichs auf der Biennale in Venedig. Die höchste Kunstauszeichnung Österreichs, den Großen Österreichischen Staatspreis, „hat man mir bis jetzt verweigert“, sagte sie einmal in einem Interview. Das ist bis zuletzt so geblieben.
