Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einem Besuch auf dem kubanischen US-Stützpunkt Guantánamo Bay den Druck auf das Land weiter erhöht. Was auch immer mit der Zukunft Kubas geschehe, liege in den Händen von US-Präsident Donald Trump und der Führung Kubas, teilte er mit. »Komme, was da wolle – das Kriegsministerium wird auf jede mögliche Eventualität vorbereitet und eingestellt sein.« Er sei vor Ort, um genau darüber zu sprechen. Das Verteidigungsministerium bezeichnet sich unter Trump selbst als »Kriegsministerium«.
Seit längerer Zeit ist die Beziehungen zwischen den beiden Ländern angespannt. Unter US-Präsident Trump nahmen die Spannungen zuletzt aber
nochmal deutlich zu. Mit zahlreichen Aktionen – darunter eine Reihe Sanktionen und eine Ölblockade – versucht die Trump-Regierung auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen
Wandel im Interesse der USA zu forcieren. Immer wieder gab es auch die Sorge vor einer möglichen militärischen Eskalation.
Zugleich finden seit Monaten Gespräche zwischen den beiden Regierungen statt.
Treffen zwischen ranghoher Generäle beider Staaten
Zuletzt sorgte Ende vergangenen Monats ein direktes
Treffen ranghoher Generäle beider Staaten im Außenbereich des US-Stützpunkts
für Aufsehen. Nach offiziellen Angaben von beiden Seiten trafen sich der Chef des zuständigen US-Regionalkommandos (Southcom), General Francis Donovan,
und der Chef des Generalstabs der kubanischen Revolutionären Streitkräfte,
Roberto Legrá Sotolongo, dort. Mehr ist über dieses Treffen jedoch nicht
bekannt.
Der Militärstützpunkt von Guantánamo Bay liegt an der
südöstlichen Küste Kubas. Das Territorium steht seit 1903 wegen eines
umstrittenen Pachtvertrags unter US-Kontrolle. Seit dem Sieg der kubanischen Revolution
unter Fidel Castro im Jahr 1959, bewertet die kubanische Regierung diesen Vertrag jedoch als ungültig. Nach den Terroranschlägen vom 11. September
2001 errichteten die Vereinigten Staaten in Guantánamo ein umstrittenes
Gefangenenlager.
