Die kubanische Regierung hat für den Fall eines militärischen Angriffs der USA auf ihr »legitimes Recht auf Selbstverteidigung« verwiesen. »Die USA sind der Angreifer. Kuba ist das angegriffene Land, das sich auf das Recht auf Selbstverteidigung beruft«, schrieb Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio auf der Plattform X.
Diese Aussage folgte auf einen Bericht des US-Nachrichtenportals Axios zu mutmaßlichen Vorbereitungen des sozialistisch regierten Inselstaates, bei einem möglichen Angriff Drohnen gegen Ziele in den USA einzusetzen. Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez wies den Bericht zurück. Die US-Regierung versuche, mit fadenscheinigen Argumenten »einen rücksichtslosen Wirtschaftskrieg gegen das kubanische Volk und eine mögliche militärische Aggression zu rechtfertigen«, schrieb er auf X.
Auch die kubanische Botschaft in Washington bekräftigte auf X das Recht Kubas auf Selbstverteidigung. Mit Vorwänden und Lügen werde die »logische Vorbereitung« auf einen möglichen Angriff als etwas Außergewöhnliches dargestellt, teilte die Botschaft mit.
Kuba wirft USA vor, Vorwand für Angriff zu suchen
Axios hatte zuvor berichtet, dass Kuba seit 2023 mehr als 300 Kampfdrohnen von Russland und dem Iran erworben haben soll. Seit Kurzem würden Pläne erörtert, diese für Angriffe auf den US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba, auf US-Militärschiffe und möglicherweise auf Key West im US-Bundesstaat Florida zu nutzen, das rund 170 Kilometer von Havanna entfernt liegt. Das US-Medium stützt sich dabei auf Geheimdienstinformationen.
Das Nachrichtenportal berichtete auch, dass US-Beamte nicht davon ausgingen, dass Kuba aktiv plant, die USA anzugreifen. US-Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Militärvertreter Kubas Pläne für den Einsatz von Drohnen erörterten, für den Fall, dass es zu Feindseligkeiten komme.
Seit der kubanischen Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt. Unter US-Präsident Donald Trump haben sie sich nochmals verschlechtert. Die kubanische Regierung wirft den USA vor, einen Vorwand für einen militärischen Angriff gegen die kommunistisch regierte Insel zu suchen. Mit einer Reihe von neuen Sanktionen und einer Ölblockade erhöhte Trump den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren.
