Nach dem Bekenntnis des VW-Aufsichtsrats zu einem schärferen Sparkurs, möchten die Arbeitnehmer mit dem Management ins Gespräch treten. Dafür bezieht sich die IG Metall auf eine Gesprächsklausel aus dem Zukunftstarifvertrag, auf den sich die Akteure im Dezember 2024 geeinigt hatten. »Wir fordern jetzt also das Unternehmen auf, an den Tisch zu kommen, sich zu erklären und mit uns darüber zu reden, dass und wie dieser Tarifvertrag eingehalten wird«, sagte der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger.
Das Ziehen der Klausel ändere nichts an den Bestimmungen des
Tarifvertrags und löse auch keine Kündigung aus, sagte der
Gewerkschafter. Auch die vereinbarte Beschäftigungssicherung bleibe bestehen und sei nicht antastbar. Die Klausel sehe vielmehr vor, dass
bei einer Aufforderung zur Aufnahme von Gesprächen die andere Seite
verpflichtet ist, an den Tisch zu kommen. Die Erwartung sei, dass die Gespräche noch in diesem Quartal, also bis Ende September, stattfinden.
Widerstand gegenüber Sparplänen bei den Arbeitnehmern
Zu Beginn des Monats hat der Volkswagen-Aufsichtsrat dem neuen Sanierungsplan des Vorstands zugestimmt. Die Abstimmung sei einstimmig erfolgt, gab das Unternehmen
nach einer Sitzung des Präsidiums bekannt. Bei Europas größtem
Autohersteller stehen somit die Streichung von 50.000 Stellen, davon die
Hälfte in Deutschland, und die Schließung von vier deutschen Werken im
Raum. Das Volkswagen-Werk in Osnabrück soll demnächst verkauft und in einen Rüstungsstandort umfunktioniert werden.
Die Sparpläne sind bereits seit Monaten bestimmendes Thema bei VW. Die Umsetzung des Sparplans sei zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit
des Volkswagen-Konzerns zu erhalten, wie der Vorstand und
der Aufsichtsrat mitteilten. In der
Politik, bei der IG Metall sowie bei Arbeitnehmern stießen die Vorhaben
auf heftigen Widerstand. Bereits Anfang Juli hatte der Vorstand einen ersten Sparplan vorgelegt. Dieser scheiterte, da er im Aufsichtsrat
keine Mehrheit fand.
