In Hessen ist die Zahl der Schusswaffen-Delikte weiter angestiegen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasste im vergangenen Jahr insgesamt 878 Fälle, in denen mit einer Schusswaffe gedroht oder geschossen wurde, nach zusammen 669 Fällen im Vorjahr, wie das Hessische Landeskriminalamt auf Anfrage mitteilte. Wichtig dabei zu beachten: Nicht immer handelte es sich um «scharfe Waffen» – denn als «Schusswaffen» laut PKS gelten sowohl erlaubnisfreie als auch erlaubnispflichtige Schusswaffen – also auch Schreckschuss-, Reizstoff- oder Soft-Air-Waffen.
Zuletzt hatten Taten unter anderem in Raunheim und in Gießen für Aufsehen gesorgt. Allein in der mittelhessischen Stadt zählte die Polizei seit Oktober vergangenen Jahres vier Taten, bei denen Schüsse fielen und teils auch Menschen verletzt wurden.
«Auch wenn Kriminalität in Gießen insgesamt rückläufig ist, nehme ich die schwerwiegenden Taten der letzten Wochen sehr ernst», erklärte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU). «Es ist mehr als verständlich, dass diese Taten, auch wenn sie möglicherweise keinen Zusammenhang aufweisen, das Sicherheitsgefühl der Menschen beeinträchtigen.» Die Polizei werde weiterhin alles unternehmen, um für eine Verbesserung der Sicherheitslage und gleichzeitig des subjektiven Sicherheitsgefühls zu sorgen.
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