
Der plötzliche Ausstieg der linken Partei Volt aus Sondierungsgesprächen mit CDU, SPD und FDP in Frankfurt vor zwei Wochen hatte überrascht – warum sollte die kleine Truppe eine Machtoption hergeben? Nun aber findet sich eine Erklärung. Grüne und Volt ließen am Dienstag gemeinsam wissen, sie wollten nur zusammen einer wie auch immer sonst geformten Koalition beitreten. Volt hat, indem die Partei bei dem zunächst von der Union angestrebten Bündnis den Stecker zog, die Grünen wieder ins Spiel gebracht. Diese bedanken sich, unter Gesinnungsfreunden wäscht eine Hand die andere, damit, dass sie Volt nun huckepack nehmen.
Das hilft auch den Grünen selbst; im Doppelpack ist ihre Wahlniederlage, bei der sie vier Prozentpunkte einbüßten, durch die fünf Prozent von Volt mehr als wettgemacht. Käme es zu einem Bündnis aus CDU, Grünen/Volt und SPD, stünde die Union nun nicht mehr nur zwei, sondern gleich drei linken Parteien gegenüber, sie wäre also vom ersten Tag an eingemauert. Gelänge es dem Doppel Grünen/Volt gar, die SPD herauszuhalten, so wäre die eigene Bedeutung in einem solchen Bündnis noch größer.
Frankfurt dient dieses seltsame Spiel nicht. Ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD hätte auch ohne Volt eine satte Mehrheit. Je weniger Partner, desto reibungsloser der Koalitionsalltag, desto unwahrscheinlicher die Eskapaden Einzelner, desto weniger Posten müssen vergeben werden. Ein Bündnis ohne die SPD wiederum wäre grober Unfug in einer Stadt, in der diese Partei den Oberbürgermeister stellt. Volt lässt sich von den Grünen instrumentalisieren in einer Weise, wie man es noch nicht erlebt hat. Schade um diese Partei, der viele zuletzt mit einiger Sympathie begegnet waren.
