
In Peking ist am Freitagabend ein einmotoriges Sportflugzeug ins höchste Gebäude der Hauptstadt geflogen. Foto- und Videoaufnahmen in den sozialen Medien zeigen zwei zerborstene Glaspaneele in einem der oberen Stockwerke des 528 Meter hohen Gebäudes. Um das Gebäude im Pekinger Finanzviertel lagen Trümmerteile verstreut, darunter die Heckflosse und ein Flügelteil des Flugzeugs. Die Ursache des Unglücks blieb derweil unklar. Chinesische Staatsmedien berichteten darüber zunächst nicht.
Die Hongkonger „South China Morning Post“ zitierte eine Büroangestellte, die kurz vor 18 Uhr ein lautes Geräusch gehört habe. Andere berichteten, wie sie aus dem Büroturm evakuiert wurden. Sicherheitskräfte sperrten den Gebäudekomplex ab. In dem 2018 fertiggestellten Turm hat die Citic-Gruppe ihren Sitz, eines der größten staatlichen Finanz- und Investmentkonglomerate der Volksrepublik.
Wie das Flugzeug offenbar unbehelligt bis ins Zentrum der chinesischen Hauptstadt gelangen konnte, blieb zunächst ungewiss. Der Luftraum über Peking ist strengen Einschränkungen unterworfen. Sportflugzeuge wie das nun verunglückte benötigen für Flüge über Peking die Genehmigung der zivilen Luftfahrtbehörde sowie der Luftwaffe. Erst vergangenen Monat erließen die Hauptstadtbehörden ein generelles Flugverbot für Drohnen in Peking ohne vorherige Genehmigung.
Aufnahmen der Flügelteile zeigten die Kennung B-12PP, die der Flugzeug-Internetdienst Flightradar24 als ein zweisitziges, einmotoriges Flugzeug des Typs Sunward SA 60L Aurora identifizierte, ein in China hergestelltes Flugzeug. Demnach war die Maschine am Kleinflughafen Shifosi am östlichen Rand von Peking gestartet, kreiste dort und wies dann einen direkten Flugweg in die Innenstadt auf. Nach unbestätigten Angaben gehörte das zerschellte Flugzeug einer örtlichen Luftfahrtfirma namens Shangyue, die Pilotenausbildung und Freizeitflüge anbietet.
Am Samstag wurde bekannt, dass der Pilot ums Leben kam. Zudem wurden 13 Menschen verletzt, wie die Behörden des Stadtbezirks Chaoyang mitteilten. Zur Ursache des Vorfalls machten sie keine Angaben. Unklar blieb somit, ob es sich um einen Unfall oder um einen absichtlich herbeigeführten Absturz handelte.
