Victoria Lieftüchter, 40, arbeitet als Oberärztin auf der
Kinderintensivstation am LMU
Klinikum in München und ist zusätzlich Kindernotärztin. Im Gespräch
erzählt sie, wie die Einsätze im Rettungswagen ablaufen und warum sie
ihren Job trotz schockierender Situationen anderen empfiehlt.

DIE ZEIT: In Ihrem Beruf sehen Sie
meistens verletzte und kranke Kinder. Macht Sie das oft traurig?

Victoria Lieftüchter: Nein, auch wenn es natürlich traurige Momente gibt, etwa wenn wir ein Kind nicht mehr retten können. Auch dann können wir etwas Gutes tun und der Familie Halt
geben. Für mich ist das ein sehr positiver Beruf, weil ich Kindern helfen kann.
Sie sind schließlich das Wertvollste, was wir als Gesellschaft haben. Die
Kinder machen es mir als Ärztin viel leichter als erwachsene Patienten, denn
sie simulieren nicht. Sie weinen oder schreien sofort, wenn ihnen etwas wehtut
oder eine Situation ungewohnt ist.