Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 34/2026.
DIE ZEIT: Frau van der Velden, Sie haben in den vergangenen Monaten einen Shitstorm erlebt: Die US-Schauspielgewerkschaft erklärte, Tilly Norwood sei keine Schauspielerin, sondern eine Computerfigur. Im Netz hieß es: »Hören Sie auf, echten Menschen die Jobs wegzunehmen.« Sie haben sogar Morddrohungen erhalten. Hatten Sie damit gerechnet?
Eline van der Velden: Wenn man Pionierarbeit leistet, ist das normal. Es gibt seit Langem die Theorie, dass KI den Menschen die Jobs wegnimmt. In unserer Firma aber haben wir dank Tilly bereits 40 neue Stellen geschaffen – Jobs, die es vorher nie gegeben hätte. Die Arbeit wird nicht verschwinden, sondern sich verändern. Ich verstehe aber die Angst der Leute. Der Grund, warum ich Tilly erschaffen habe, war genau diese Angst.
