Wegen der Energiekrise warnt der Flughafenverband vor
möglichen Flugstreichungen und Preiserhöhungen. Im schlimmsten Fall drohe an
manchen Flughäfen »ein Kapazitätseinbruch von zehn Prozent«, sagte
Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher
Verkehrsflughäfen (ADV), der Welt am Sonntag. »Hochgerechnet auf alle
Flughäfen wären 20 Millionen Fluggäste betroffen.«
Es sei zu befürchten, »dass vor allem bei Low-Cost-Airlines
und touristisch weniger bedeutsamen Destinationen weitere Flüge gestrichen
werden«, sagte Beisel. Einige Ziele würden dann gar nicht mehr angeflogen,
andere seltener und zu höheren Preisen.
Die Kerosinpreise seien seit mehr als
zwei Monaten doppelt so hoch wie vor dem Krieg, sagte Beisel. Selbst wenn Treibstoff verfügbar
sei, könnten
Fluggesellschaften viele Verbindungen zu diesen Preisen nicht wirtschaftlich
anbieten.
Verbandschef fordert Aussetzung der Luftverkehrssteuer
Beisel forderte staatliche Hilfen, um
die Folgen der Krise abzumildern: »Kurzfristig
braucht es eine Aussetzung der Luftverkehrssteuer, mittelfristig zumindest eine
Halbierung.« Das Bundeskabinetts
hat eine Senkung der Luftverkehrssteuer ab Juli beschlossen. Ob Flugtickets für
Reisende deshalb billiger werden, ist jedoch offen.
Auch die Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, Anja Karliczek, hat vor den Folgen der Kerosinkrise für Reisende gewarnt. Es bestehe durchaus eine Gefahr für Urlauber, nicht zum Ziel oder wieder nach Hause zu kommen, sagte die CDU-Politikerin der Rheinischen Post.
Wegen des Irankriegs waren die Kerosinpreise mehrfach
gestiegen, durch die Blockade der Straße von Hormus fallen weltweit
Treibstofflieferungen aus. Einige Airlines sagten deswegen bereits Flüge ab.
