Nachdem der Name von US-Präsident Donald Trump von der Fassade des Kennedy Centers in der Hauptstadt Washington, D. C. entfernt worden war, soll das Kuratorium des Kulturinstituts dafür gestimmt haben, diesen wieder anzubringen. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Die Mitglieder des Gremiums wurden von Trump selbst ernannt, er ist Vorsitzender der Gruppe. Der Schritt soll den Berichten zufolge über einen Umweg passieren.
Die Abstimmung erfolgte, obwohl ein Gericht die vorherige Umbenennung verboten und verfügt hatte, dass Trumps Name abmontiert werden muss. Das geschah im Juni. Ob das Gremium mit seinem Plan nun Erfolg haben wird, ist offen. Mehreren Medien zufolge muss ein Gericht die Entscheidung überprüfen und genehmigen.
Im Dezember 2025 war das Kennedy Center in Trump Kennedy Center umbenannt worden, nachdem Trump kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 die Einrichtung unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen »antiamerikanische Propaganda« in der Kulturwelt angekündigt hatte. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums und übernahm den Vorsitz. Die Umbenennung führte zu großem Protest. Zahlreiche Künstler sagten dort geplante Auftritte ab.
Kommt der Name über Umwege wieder an die Fassade?
Ein Richter in der US-Hauptstadt hatte im Mai die Entfernung des Namens Trump dann damit begründet, dass der Kongress einst dem Kennedy Center seinen Namen gegeben habe. Folglich dürfe auch nur das US-Parlament ihn ändern. Dagegen legte das Kennedy Center Berufung ein, die in der Hauptsache noch nicht entschieden ist.
Das Gremium könnte der New York Times zufolge nun mit der Abstimmung über einen Umweg versuchen, Trumps Name wieder ans Gebäude zu bringen. Dieser soll demnach nicht als offizielle Umbenennung des Kennedy Centers, sondern als Zusatzhinweis auf seine geplante Restaurierung und Renovierung an die Fassade montiert werden. Wie die New York Times und der Sender NPR berichten, votierte das Gremium für den Zusatz »Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump«. Ein konkreter Zeitpunkt für eine Montage wurde in den Medienberichten nicht genannt.
Großteil des Hauses soll geschlossen werden
Eigentlich wollte Trump das Kulturhaus im Juli schließen lassen, damit Renovierungsarbeiten erfolgen können. Doch der Richter hatte die Schließung vorläufig gestoppt, weil nach seiner Ansicht eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung für die Entscheidung zur Schließung fehlte. Instandsetzungen dürfen aber fortgesetzt werden. Das Gericht hinderte die Entscheider auch nicht grundsätzlich daran, die Einrichtung vorübergehend zu schließen. Es bedürfe aber einer ordnungsgemäßen Prüfung.
Das Gremium stimmte nun dafür, dass die Kultureinrichtung für zweijährige Renovierungsarbeiten geschlossen werden soll. Laut dem Sender NPR betreffe das einen Großteil des Gebäudekomplexes, aber nicht den ganzen. So soll ein eingeschränktes Veranstaltungsprogramm möglich sein.
