Die neue peruanische Präsidentin Keiko Fujimori hat mit ihrer ersten Amtshandlung einen Ausnahmezustand verhängt. Das Militär solle während dieser Zeit »vorübergehend die Kontrolle« in Landesteilen mit hoher Kriminalitätsrate übernehmen, verkündete Fujimori unmittelbar nach ihrer Vereidigung im Kongresspalast in der peruanischen Hauptstadt Lima. »Wir werden jedes Stadtviertel, jede Straße und jeden öffentlichen Raum für die peruanischen Familien zurückgewinnen«, sagte die konservative Politikerin.
Fujimori hat versprochen, die turbulente politische Lage des Landes zu stabilisieren, die Kriminalität zu senken und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Zu ihren Vorhaben zählt die Vorbereitung auf das Klimaphänomen El Niño, dessen Auswirkungen in Peru in Kürze befürchtet werden, sagte Fujimori in Lima. Zudem kündigte sie eine deutliche Anhebung der Renten sowie den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur an. Auch die Polizei solle gestärkt werden.
Fujimori ist Tochter eines Ex-Präsidenten
Die Politikerin hatte sich bei der Stichwahl im Juni nur äußerst knapp gegen den Kandidaten der Linken, Roberto Sánchez, durchgesetzt. Der linksgerichtete Politiker hat seine Niederlage bisher nicht anerkannt und will sie anfechten. In den vergangenen knapp zehn Jahren gab es in Peru acht verschiedene Staatschefs, nur drei von ihnen sind durch eine Wahl ins Amt gekommen. Die übrigen traten es an, nachdem Vorgänger zurückgetreten oder aufgrund von Korruptionsskandalen vom Kongress abgesetzt worden waren.
Fujimori ist die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten und bereits gestorbenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Sie sieht sich in der Tradition ihres Vaters, dessen Geburtstag auf den Tag ihrer Amtseinführung fiel. »Papa, heute gedenkt Peru deiner, und Millionen tragen dich in ihrem Herzen«, teilte sie kurz vor ihrem Amtseid mit.
Zu der Zeremonie waren unter anderen Spaniens König Felipe VI., der argentinische Präsident Javier Milei und der chilenische Staatschef José Antonio Kast angereist. Eine Gruppe linker Abgeordneter verließ aus Protest den Saal während der Amtseinführung. Fujimoris Partei und ihr wichtigster Verbündeter, die Renovación Popular, halten im neu eingerichteten Senat die Hälfte der Sitze, was es den Abgeordneten erschweren wird, die neue Präsidentin ihres Amtes zu entheben.
