
Aus der Sicht von Kantar ist es Google gelungen, seinen KI-Chatbot Gemini in bestehende Produkte konsequent einzubauen. Dazu zählt vor allem die Integration von KI-Agenten in die Suchmaschine. Aber auch Investitionen in seine Rechenzentren wirkten sich laut der Analyse positiv auf den Markenwert von Google aus, der um 57 Prozent stieg.
Während viele Beschäftigte wegen KI um ihre Arbeitsplätze bangen, sorgt die Technologie für einen enormen Wertzuwachs von zahlreichen Marken und Unternehmen. „KI beschleunigt Wachstum“, äußert sich Ben Ballensiefen, Chef von Kantar Deutschland. „Gleichzeitig macht sie Marketing komplexer.“
Google ist nicht die einzige Marke, die auf der KI-Welle reitet. ChatGPT, der KI-Chatbot von Open AI, konnte mit einem fulminanten Plus von 285 Prozent das größte Wachstum vorweisen. Ein stärkerer Zuwachs ist laut Kantar nur Blackberry im Jahr 2008 mit 390 Prozent gelungen. Mit Claude, dem KI-Chatbot von Anthropic, schaffte ein Neueinsteiger in die Top 100 direkt den Sprung auf Platz 27.
Vier deutsche Marken in den Top 100
Insgesamt vier deutsche Marken landeten in den Top 100. Die Telekom verteidigte abermals ihre Position als wertvollste Marke hierzulande und erreichte Platz 18 in der globalen Rangliste. Darauf folgten SAP (Platz 26), Siemens (Platz 44) sowie Aldi (Platz 93). Die zunehmende Konkurrenz aus China, Indien und Japan macht sich ebenso bemerkbar: Fast ein Viertel (23) der Marken in den Top 100 kommt aus Asien.
Auch an der Spitze einzelner Branchen zeigte sich Bewegung. Zara aus dem spanischen Modekonzern Inditex verdrängte den größten Sportartikelhersteller der Welt, Nike, und darf sich nun laut der Rangliste von Kantar als wertvollste Modemarke der Welt bezeichnen. Die französische Luxusmarke Hermès wiederum überholte Louis Vuitton und steht nun auf Platz eins in der Luxuswelt.
Für seine Analyse greift Kantar auf zwei Quellen zurück: zum einen auf Finanzkennzahlen und zum anderen auf Verbraucherumfragen. Kantar-Chef Ballensiefen ist davon überzeugt, dass der Börsenwert eines Unternehmens nicht ausreicht, um ein vollständiges Bild eines Unternehmens zu erhalten. Die Gefühle und die Wahrnehmung der Kundinnen und Kunden seien mindestens genauso wichtig.
