
Julian Assange
Welche Worte wählte Julian Assange in seinem ersten selbstverfassten Post nach acht Jahren eigener Funkstille auf der Plattform X? Nicht viele: „I’m back“ („Ich bin zurück“) schrieb der Wikileaks-Mitgründer kürzlich. 2018 hatte Ecuador während Assanges Botschaftsasyl in London dessen Internetzugang gekappt. Nach seiner Festnahme 2019 verbrachte er gut fünf Jahre in britischer Haft. 2024 kam er nach einer Verständigung mit US-Staatsanwälten frei und kehrte nach Australien zurück. Ob seine Rückkehr in den sozialen Medien mit einem runden Jubiläum der Enthüllungsplattform zusammenhängt? Am Sonntag jährt sich die Registrierung der Wikileaks-Domain zum 20. Mal.
Sahra Wagenknecht
Wie kommt das BSW ohne Sahra Wagenknecht aus? Seit Donnerstag steht das Kürzel für „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“. Beschlossen wurde die Umbenennung bereits im Dezember 2025, in Kraft tritt sie jetzt. Hintergrund: Wagenknecht selbst hatte ihren Namen nur als Übergangslösung angesehen. Ganz ohne sie kommt die Partei allerdings nicht aus. Die Gründerin ist zwar nicht mehr Vorsitzende, leitet aber die Grundwertekommission. Wie groß ihr Einfluss künftig bleibt, ist offen. Die jüngsten Wahlergebnisse deuten auf Grenzen ihrer Zugkraft hin.
Erika Fuchs
Heißt Donald Duck jetzt Erika Fuchs? Eine Ehre für den Disney-Enterich wäre es wohl: Für ihn war Fuchs so etwas wie eine geistige Mutter. Sie hat ihm – und ganz Entenhausen – das Sprechen beigebracht. Und zwar auf Deutsch. Die langjährige Chefredakteurin des Micky-Maus-Magazins übersetzte die Disney-Comics aus dem Englischen und prägte ihren unverwechselbaren Ton: „Seufz“, „Ächz“, „Schluck“, „Grübel, grübel und studier“. In Schwarzenbach an der Saale, wo sie mehr als 50 Jahre lebte, ist ihr das Erika-Fuchs-Haus gewidmet, ein Museum für Comic und Sprachkunst. Am Samstag wird das Museum mit dem Kulturpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet. Was soll man dazu sagen? Klar: „Freu“, „Staun“, „Jubel“.
Franz von Assisi
Der berühmteste Sohn Assisis? Zweifellos Franz von Assisi. Ausgerechnet als Sohn eines reichen Kaufmanns wandte er sich einem Leben in Armut und Einfachheit zu und gründete den Orden der Minderbrüder, aus dem der Franziskanerorden hervorging. Bekannt wurde er für seine Predigten, seine Friedensliebe und seine Verbundenheit mit der Schöpfung. 2026 jährt sich sein Tod im Jahr 1226 zum 800. Mal. Aus diesem Anlass führt Italien den 4. Oktober wieder als nationalen Feiertag ein: die „Festa nazionale di San Francesco d’Assisi“.
Hans-Joachim Watzke
Wie wird man bekannt? Hans-Joachim Watzke kennt das Rezept: „Das geht natürlich am besten, wenn du dir ein paar richtige Gegner suchst und auch mal aneckst.“ Für seine Borussen reichen schon die Bayern, und eine provokante Formulierung in Richtung Uli Hoeneß findet sich immer. Knapp 21 Jahre lang stand Watzke auch mit dieser Strategie an der Spitze der BVB-Geschäftsführung. Wenn der Klub am Montag seinen Jahresfinanzbericht vorlegt, ist das der erste, den er nach Watzkes Rückzug veröffentlicht. Der ist noch BVB-Präsident, die laufenden Geschäfte führt seitdem jedoch Carsten Cramer. Ein vergleichsweise stilles Wasser. Nicht zur Freude Watzkes. Seit Rat: Bitte mal „ein bisschen breitbeiniger auftreten“.
