
Berlin bleibe sie auch in Zukunft verbunden, betont Julia Stoschek. Aber eben nicht so sehr, dass sie dort mit einem festen Standort präsent sein müsste: Im Oktober gibt die Kunstsammlerin ihr Berliner Ausstellungshaus nach zehn Jahren auf.
Künftig konzentriere man sich auf das Düsseldorfer Stammhaus, das nach einer Sanierung 2027 wiedereröffnet, und auf „temporäre Formate im In- und Ausland“, teilte die Julia Stoschek Foundation mit. Um die Sammlung einem „weltweiten Publikum“ zugänglich zu machen, werde die Stiftung in Zukunft mehr internationale Projekte organisieren – so wie kürzlich in Los Angeles.
Abgekühlt war das Verhältnis der Gesellschafterin der Unternehmensgruppe Brose Fahrzeugteile zu Berlin schon länger. Als vor einigen Jahren mehrere Sammler die Stadt verließen, beklagte sich Stoschek auch gegenüber der F.A.Z. über mangelnde Wertschätzung. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der das Haus an der Leipziger Straße gehört, hatte zuvor wegen einer geplanten Sanierung eine Mieterhöhung angekündigt, Stoschek konterte, sie habe die Räumlichkeiten in dem DDR-Plattenbau bereits aufwändig saniert. Von einer Beendigung des Mietverhältnisses war da schon die Rede.
Der Einzug einer der bedeutendsten Privatsammlungen des Landes in das ehemalige Tschechische Kulturzentrum war 2016 von der Kultur- und Galerienszene begeistert begrüßt worden. In den folgenden Jahren wurde die Leipziger Straße zu einer wichtigen Adresse für zeitgenössische Kunst, Schwerpunkt Video. Derzeit werden Arbeiten des Briten Mark Leckey gezeigt.
