David Jünger ist Historiker und arbeitet am Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch- Jüdische Studien der Universität Potsdam. Demnächst erscheint seine Biografie über den deutsch-amerikanischen Rabbiner Joachim Prinz.
Als sich Nahum Goldmann am Morgen des 1. August 1966 auf den Weg zum Palais des Congrès machte, war er zwar etwas angespannt, aber mit sich selbst zufrieden. Der Jüdische Weltkongress kam zu seiner fünften Plenarsitzung in Brüssel zusammen, und er, sein Präsident, hatte eine ganz besondere Diskussionsrunde auf die Tagesordnung gesetzt, die ihm selbst eine Herzensangelegenheit war, für einige der 500 Delegierten jedoch eine Zumutung darstellte. Ihr Titel: »Deutsche und Juden – ein ungelöstes Problem«.
