Die international anerkannte Regierung des Jemens hat die Bevölkerung zur allgemeinen Mobilmachung gegen die proiranische Huthi-Miliz aufgerufen. »Ich rufe die Söhne unseres großen Volkes dazu auf, sich an der allgemeinen Mobilmachung« zu beteiligen, sagte der Vorsitzende des Präsidialrates, Raschid al-Alimi in einer Fernsehansprache. Der Präsidialrat steht an der Spitze der Regierung Jemens, die von Saudi-Arabien unterstützt wird.

Grund des Aufrufs sind die anhaltenden Kämpfe gegen die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Ziel der Offensive sei es, die staatlichen Institutionen wiederherzustellen und die staatliche Souveränität auf das gesamte Staatsgebiet bis hin zur Hauptstadt Sanaa auszudehnen, sagte al-Alimi. Er stellte Huthi-Kämpfern, die ihre Waffen niederlegen und die Miliz verlassen, eine umfassende Amnestie in Aussicht.

Meerenge Bab al-Mandab eingenommen

Nach einer von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe zwischen den Huthis und den Regierungskräften weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit Juli haben die gegenseitigen Angriffe aber wieder stark zugenommen. Vor zwei Wochen hatten die Huthis große Teile der Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Diese verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist für saudiarabische Ölexporte wichtig, besonders seit die Passage durch die Straße von Hormus nur noch stark eingeschränkt möglich ist.