Bei einem Angriff auf ein Handelsschiff in der Meerenge Bab al-Mandab sind nach Angaben des
jemenitischen Verkehrsministeriums vier Besatzungsmitglieder getötet
worden. Vier weitere Besatzungsmitglieder sowie ein Mitglied eines
Rettungsteams seien verletzt worden, teilte das Ministerium der international anerkannten Regierung mit. Bei den
Getöteten handele es sich um drei Pakistaner und einen Indonesier. Aus Kreisen der jemenitischen Regierungstruppen mit Sitz in der Hafenstadt Mocha hieß es, fünf Menschen seien getötet worden.
Zuvor hatte der stellvertretende Informationsminister Fajad al-Numan der Nachrichtenagentur dpa den Angriff bestätigt. Die britische Seebehörde UKMTO meldete, der Vorfall habe sich nahe der Hafenstadt Mokka ereignet.
Das jemenitische Schiff »Tahama«, das Lebensmittel geladen
hatte, wurde nach jemenitischen Angaben während der Fahrt durch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab von drei ballistischen Raketen getroffen. An Bord sei
ein Feuer ausgebrochen, zudem sei das Schiff beschädigt worden. Als
Rettungskräfte versucht hätten, die Besatzung zu erreichen und Verletzte
zu evakuieren, sei eine weitere Rakete auf das Schiff abgefeuert
worden.
Jemenitisches Ministerium sieht Huthi hinter dem Angriff
Das Verkehrsministerium machte die Huthi-Miliz
für den Angriff verantwortlich. Das Ministerium forderte die
internationale Gemeinschaft und zuständige Organisationen auf, dringend
Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrt und der Besatzungen im Roten Meer,
in der Meerenge Bab al-Mandab und im Golf von Aden zu ergreifen. Die
Huthi äußerten sich zunächst nicht zu dem Angriff.
Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den
Huthi im Jemen hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Die Huthi greifen
in dem Rahmen auch immer wieder Schiffe im Roten Meer und der für den
internationalen Handel wichtigen Meerenge Bab al-Mandab an.
Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung.
Korrekturhinweis: In einer vorangegangenen Fassung hieß es, es handele sich um ein saudisches Frachtschiff. Tatsächlich ist es jemenitisch. Die Stelle wurde berichtigt.
