
Seit Langem befördert der Gründer des Unbeugsamen Frankreich (LFI) die Vorstellung, die deutsche Politik verfolge in Europa perfide Pläne. Sein Buch über „Bismarcks Hering“ ist ein Sammelsurium böswilliger Unterstellungen. Nun behauptet er wider besseres Wissen, Präsident Macron wolle das Kommando über die französischen Atomwaffen mit Berlin teilen.
Geknicktes Selbstbewusstsein der Franzosen
Mélenchon spielt geschickt mit dem geknickten Selbstbewusstsein der Franzosen, die sich gegenüber Deutschland abgehängt fühlen und um die letzten Instrumente der einstigen Großmacht bangen. Die Atombombe gehört dazu wie der ständige Sitz im UN-Sicherheitsrat.
Der Linkspopulist verspricht Sozialismus in einem Land, als sei Frankreich eine Insel. Dazu passt, dass andere nicht mit französischen Atomwaffen geschützt werden sollen. Mélenchons Äußerungen sind ein Vorgeschmack darauf, was der französische Wahlkampf an Deutschlandschelte aufbieten wird.
