Die Beschwerden über mutmaßliche Datenschutzverstöße haben in Nordrhein-Westfalen einen neuen Höchststand erreicht. Sie seien im Jahr 2025 um mehr als zwei Drittel auf 12.600 gewachsen, sagte die NRW-Datenschutzbeauftragte Bettina Gayk bei der Vorstellung ihres neuen Jahresberichts. «Mir zeigt das: Die Menschen wollen, dass auf ihre Rechte geachtet wird. Ihnen sind unsere Arbeit und unser Auftrag wichtig.»
Auch die Zahl der Bürgereingaben insgesamt habe im vergangenen Jahr mit 18.060 Eingaben und einem Plus von 45 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Besonders häufig werde die Nutzung persönlicher Daten zu Werbezwecken und die private Videoüberwachung moniert.
Gleichzeitig belege die ebenfalls deutlich gestiegene Zahl von Geldbußen gegen Unternehmen in NRW, dass ein scharfer Blick der Datenschutzaufsicht dringend erforderlich sei. Die Behörde habe Geldbußen in Höhe von fast einer halben Million Euro verhängt. «Datenschutz schützt nicht Daten, sondern Menschen und ihre Freiheit», betonte Gayk.
Einreise trotz Freispruchs verweigert
Sie berichtete von einem besorgniserregenden Vorkommnis: Einem Bürger aus Nordrhein-Westfalen sei die Einreise in die USA mit dem Hinweis verweigert worden, er werde verdächtigt, eine Straftat begangen zu haben. Tatsächlich sei der Mann aber von diesem Vorwurf freigesprochen worden. «Schon wie Frage, wie die Amerikaner an diese Daten kommen konnten, ist sehr interessant. Ich bin nicht ganz zuversichtlich, dass wir das aufhellen können», sagte Gayk.
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