
Es ist ein schöner Erfolg für die Landesregierung in Düsseldorf und für die vielen Städte, die sich an der Olympiabewerbung für „KölnRheinRuhr“ beteiligen wollen: Sieht man von der Stadt Herten ab, wo das Quorum nicht erfüllt wurde, liegen fast alle Ergebnisse der Bürgerbeteiligungen bei mehr als sechzig Prozent, manche sogar bei mehr als siebzig Prozent Zustimmung.
Wer hätte das gedacht in Zeiten, da nur selten in Deutschland von Aufbruchstimmung, Zuversicht und hoffnungsfrohem Enthusiasmus die Rede ist. Schon das kräftige Ja zu Olympia in München hat gezeigt, dass der oft nur medial vermittelte Eindruck gedrückter bis miesepetriger Stimmung offenbar nicht dem Zug der Zeit entspricht.
Die Städte sind allesamt hochverschuldet
Ein Wermutstropfen dieser Bewerbungen ist die Lage der Städte, die sich da ins Zeug legen: Sie sind allesamt hoch verschuldet. In NRW erlauben die Kassen nur trocken Brot. Umso mehr wollen die Bewohner die Spiele.
Markus Söder kann sich immerhin zugutehalten, dass Bayern genug Mittel hat, Olympia zu unterstützen. Hendrik Wüst kann das nicht. Söder wird maulen: Muss das Geberland Bayern dem Nehmerland NRW nun auch das noch bezahlen?
Der Sinn, dennoch eine Bewerbung in Gang zu bringen, konnte deshalb nur sein, die Spiele angesichts einer Finanzierung, die aus privaten Quellen sprudeln soll, als wirtschaftlichen und mentalen Jungbrunnen zu begreifen.
Vielleicht sehen es auch die Hamburger so, wenn sie demnächst das knappe Nein von 2015 in ein Ja verwandeln. Berlin verzichtet auf ein Referendum. Da hat wohl jemand den Zug der Zeit verpasst.
