Irans Regime glaubte, China sei eine Art Schutzmacht – das war ein Irrtum. Nun wäre China ein guter Vermittler. Doch in Peking schaut man vor allem auf eigene Interessen.
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Am Montag ist die US-Blockade des iranischen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus in Kraft getreten. Diese Entscheidung Donald Trumps wird nicht nur die Mullahs und Revolutionsgarden unter Druck setzen, sondern auch zulasten von Chinas Wirtschaft gehen, denn das Land ist Hauptabnehmer des iranischen Rohöls.
Chinas Führung agierte im Nahostkonflikt bislang recht leise: Man kritisiert die Angreifer USA und Israel öffentlich – rügte aber auch den Iran für dessen Angriffe auf die Golfstaaten. Dabei ist China wahrscheinlich der einzige Staat, der ausreichend Druck auf den Iran ausüben könnte, damit dieser die Aggressionen auf die Golfstaaten einstellt und den Versuch beendet, Hormus zu kontrollieren. Durch die US-Blockade könnte China sich jetzt gezwungen sehen, auf die Iraner einzuwirken, sodass diese ihr umstrittenes Atomprogramm aufgeben.
