Satellitenbilder legen Atomexperten zufolge die Vermutung nahe, dass der Iran seine Anlagen für die Entwicklung von Atomwaffen wieder aufbaut. Wie das auf Nuklearthemen spezialisierte Institute for Science and International Security mitteilte, seien entsprechende Aktivitäten in den vergangenen Wochen etwa an dem Militärkomplex in Parchin zu sehen gewesen. Der Iran steht im Verdacht, an dem Standort Sprengvorrichtungen für Atomwaffen zu entwickeln.
Den Experten zufolge war die Anlage zu Beginn des Krieges mehrfach getroffen worden. Nachdem Satellitenbilder anfangs Aufräumarbeiten gezeigt hatten, gab es demnach in den vergangenen Wochen mehr Hinweise auf Reparaturen. Dazu zählten mehrere Betonmischer und andere Vorrichtungen, um die Einschlaglöcher zu versiegeln.
Keine Aktivität in Isfahan, Natans und Fordo
Zur Verfügung gestellt wurden die Satellitenbilder vom Sender CNN, der sie in Zusammenarbeit mit dem Institut auch selbst analysierte. Bei der nach Einschätzung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) wichtigsten Lagerstätte für Uran, Isfahan, gebe es hingegen keine verdächtige Aktivität, berichtete CNN. Gleiches gelte für Natans und Fordo.
Die drei Anlagen waren bereits im Sommer vergangenen Jahres von den USA bombardiert worden. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach betont, seine Regierung überwache die Standorte seither genau.
Reparaturen wecken Zweifel am Rahmenabkommen
Hinweise auf Reparaturen gibt es laut CNN noch an weiteren Anlagen, die mit der Entwicklung von Atomwaffen und ballistischen Raketen in Zusammenhang stehen sollen. Dazu zähle die Einrichtung in Pickaxe Mountain, in der tief unter der Erde an den nuklearen Fähigkeiten gearbeitet werden soll. In den vergangenen Wochen war demnach zu sehen, wie mehrere Lkw in die Tunnel hinein- und wieder herausfuhren.
Der Iran hatte sich in einem Rahmenabkommen mit den USA für ein Ende des Krieges verpflichtet, bei seinem Nuklearprogramm den »Status quo« zu halten. Zudem verpflichtete sich der Iran, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten.
