Auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen droht
laut den Vereinten Nationen eine neue Krise. Laut einem von der
Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) veröffentlichten Bericht waren im vergangenen Jahr rund 67 Millionen
junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job. Das entspreche einer
Arbeitslosenrate von 12,4 Prozent. Damit habe sich die Rate seit 2023
erhöht.
Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit markiere eine Umkehr der nach der COVID-19-Pandemie beobachteten Verbesserungen, heißt es in dem Bericht. Zudem spiegele er eine Verschlechterung sowohl der Quantität als auch der Qualität der für junge Arbeitnehmer- und arbeitnehmerinnen verfügbaren Arbeitsplätze wider.
Zugleich kletterte laut der Organisation der Anteil der Jugendlichen,
die keine Beschäftigung oder Ausbildung haben sowie nicht zur Schule
gehen, leicht auf 20 Prozent an. Mehr als 257 Millionen junge Menschen
seien davon betroffen.
Verlust an Talent und Produktivität
»Die Lage verschlechtert sich fast überall«, heißt es in dem Bericht. Die Jugendarbeitslosigkeit ist demnach zwischen 2023 und 2025 in acht der elf Regionen der Welt gestiegen. Einige der stärksten Anstiege seien in Ländern mit
höherem Einkommensniveau zu verzeichnen gewesen. Gründe für den
Jobmangel seien nachlassendes Wirtschaftswachstum, geopolitische
Spannungen und der rasante technologische Wandel.
Die ILO hob den Rückgang von Arbeitsplätzen mit mittleren Qualifikationsanforderungen hervor, darunter Tätigkeiten im Büro-, Verwaltungs-, Vertriebs- und Fertigungsbereich, die traditionell jungen Menschen nach dem Abschluss der Sekundarschule oder der Universität den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichten. Dieser Trend könnte sich noch verstärken, da künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt verändert. Zwar seien die langfristigen Auswirkungen der KI nach wie vor ungewiss, doch sollten die Risiken laut dem Bericht nicht unterschätzt werden.
ILO-Generaldirektor
Gilbert F. Houngbo warnte vor den Folgen der Jugendarbeitslosigkeit. Es
wachse eine Generation ohne Vertrauen heran. Die Länder verlören Talent
und Produktivität, und sie litten unter einem Mangel an
gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die IlO ist eine
Sonderorganisation der UN mit Sitz in Genf.
