
Ein blauer Helm, wie ihn einst Mitarbeiter der Hoechst AG trugen, ein Modell der 1939 von den Nationalsozialisten abgerissenen Synagoge des Stadtteils Höchst, ein Leuchter aus Höchster Porzellan: Das sind nur einige der Exponate in einer Ausstellung im Historischem Museum in Frankfurt, die Schlaglichter auf die Vergangenheit des westlichen Stadtteils Höchst werfen.
Mit der am Dienstag im „Stadtlabor“ des Museums eröffneten Ausstellung „Höchst erzählt“ werden die Besucher nicht nur mit der Geschichte des 1928 eingemeindeten Ortes vertraut gemacht. Die Schau soll zugleich darauf hinweisen, dass der Bolongaropalast im nächsten Jahr, wenn er nach Abschluss der Sanierung wieder zugänglich sein wird, auch eine Niederlassung des Historischen Museums beherbergen soll, die dann noch ausführlicher auf die Vergangenheit dieses Teils Frankfurts eingehen wird, wie es am Dienstag hieß.
Die Ausstellung im dritten Stockwerk des Historischen Museums ist wie vorausgegangene Schauen im „Stadtlabor“ wieder mit Vereinigungen und Bürgern erarbeitet worden. Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Hürden, sich die Ausstellung anzusehen, besonders niedrig sind. Der Ausstellungskatalog wird unentgeltlich abgegeben, hat eine große Schrift und ist in einfacher Sprache verfasst. Die erwähnte Kopfbedeckung der Hoechst AG wird zum Beispiel so erläutert: „Der Helm ist aus der Sammlung vom Höchster Geschichts-Verein. Der Helm hat einem Arbeiter der Hoechst AG gehört. Die Hoechst AG war eine große Chemie-Firma in Höchst. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter haben die blauen Helme bei der Arbeit getragen.“
In der neuen Dependance des Historischen Museums im Bolongaropalast aus dem 18. Jahrhundert wird auch die Porzellan-Sammlung einen gebührenden Platz einnehmen, die bisher an anderer Stelle im Stadtteil im Kronberger Haus zu sehen war. Diese Niederlassung des Historischen Museums, die als Porzellan Museum Frankfurt bekannt ist, wird, wie die Stadt am Montag mitteilte, am 28. Juni geschlossen. Das Porzellan-Museum hatte 32 Jahre bestanden. Die langjährige Leiterin, die Historikerin und Kunsthistorikerin Patricia Stahl, geht in den Ruhestand.
Die am Dienstag eröffnete Ausstellung im Historischen Museum ist bis zum 28. Februar nächsten Jahres zu sehen. Im Rahmenprogramm sind unter anderem Führungen durch den Bolongaropalast und zum „postmigrantischen Höchst“ vorgesehen. Einen Namen hat das künftige Museum im Bolongaropalast noch nicht.
