
Die mit Sprengstoff beladene Drohne, die in der Nähe einer Gaspipeline in Bulgarien explodiert ist, stammt nach Angaben der bulgarischen Regierung wahrscheinlich aus der Ukraine. Der Drohnen-Typ werde häufig von der ukrainischen Armee verwendet, erklärte das Verteidigungsministerium in Sofia am Samstag. „Derzeit deutet nichts darauf hin, dass es sich um einen vorsätzlichen Vorfall handelt“, fügte das Ministerium nach einer ersten Analyse der Drohnentrümmer hinzu. Die Ukraine stehe „in engem Kontakt mit der bulgarischen Seite, um die Umstände zu klären“, sagte der ukrainische Außenamtssprecher Heorhij Tychyj. „Wir können mit Sicherheit sagen, dass die ukrainischen Streitkräfte kein Fluggerät vorsätzlich nach Bulgarien gelenkt haben.“
Die Drohne war bulgarischen Angaben zufolge am Samstag an der Grenze zwischen den EU- und NATO-Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien explodiert. Wie der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew sagte, explodierte die Drohne auf einem Sonnenblumenfeld in unmittelbarer Nähe des Grenzübergangs Kardam nahe dem Schwarzen Meer und in tausend Metern Entfernung zu einer Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline, die die Türkei mit der Ukraine verbindet.
Radew hatte zuvor erklärt, Bulgarien habe nach dem jüngsten Vorfall seine Überwachung verstärkt. Sofia werde Truppen an die Grenze verlegen, um Drohnen aufzuspüren und Maßnahmen zur Drohnenabwehr zu ergreifen. Die erste Analyse der Reste des Flugobjekts, das rund 100 Meter von der rumänischen Grenze entfernt explodierte, zeigte Angaben des bulgarischen Verteidigungsministeriums zufolge, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Köderdrohne Maja handelte.
In den vergangenen Monaten hatten sich wiederholt Vorfälle mit Drohnen in mittel- und osteuropäischen NATO-Ländern ereignet, die die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg unterstützen. Rumänien, das häufig mit Drohnenüberflügen konfrontiert ist, ordnete Ende Juli die Ausweisung eines Mitarbeiters der russischen Botschaft an.
Bulgarien indes hatte seine Militärhilfe für die Ukraine im Juni eingestellt. Radew sprach damals von einem „Schlusspunkt“ bei den Waffenlieferungen an die Ukraine. Der prorussische Regierungschef verwies auf „sozio-ökonomische Schäden“, die sein Land infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erlitten habe.
