Die Stimmung in der Chemieindustrie hat sich einer Umfrage zufolge im August stark verbessert. Der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für die Branche stieg nach zuvor minus 26,3 Zählern »sprunghaft« auf minus 2,4 Punkte im August, wie das Institut in München mitteilte. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhten die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion, erklärte ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
Da sich keine Entspannung abzeichnet, rechnen die Unternehmen laut ifo Institut mit einer Fortsetzung der Entwicklung. Ihre aktuelle Geschäftslage schätzten die Unternehmen in der Umfrage sogar erstmals seit vier Jahren positiv ein: Der entsprechende Indikator stieg von minus 14,6 Punkten im Juli auf plus 11,6 Punkte im August. Die Geschäftserwartungen verbesserten sich von minus 37,2 auf minus 15,5 Punkte.
Strukturelle Probleme wie hohe Energie- und Standortkosten belasteten die Branche jedoch weiter, sodass die Unternehmen trotz der Geschäftsbelebung weiterhin einen Personalabbau erwarteten, teilte das ifo Institut mit. Die staatlichen Infrastruktur- und Investitionsprogramme könnten mittelfristig aber »die Nachfrage nach chemischen Vorleistungen stützen, sofern die angekündigten Projekte zügig umgesetzt werden«, sagte Wolf.
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