Vor gut 100 Jahren war das Kloster noch eine höhere Mädchenschule. Die Nationalsozialisten schlossen sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Anlage dann Drehort für die „Lausbubengeschichten“ unter der Regie von Helmut Käutner mit seinem Oberlausbub Hansi Kraus, die nach den gleichnamigen Geschichten des bayerischen Heimatschriftstellers Ludwig Thoma entstanden. Wechselvoll war die Geschichte von Kloster Beuerberg schon von Anbeginn an, seit es vor mehr als 900 Jahren von den Edlen und Freien von Irings aus Iringsburg (Eurasburg) gestiftet wurde.
Das Kloster im Ort Beuerberg, einem Gemeindeteil von Eurasburg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, überstand verheerende Seuchen, ein schweres Erdbeben im Januar 1348 und sogar die Schweden, die es 1632 nicht nur plünderten, sie ermordeten auch gleich die Klosterdiener sowie den greisen Pater Vitus Nutzinger. Sein Schädel wird bis heute im Kloster verwahrt, die Klosterschätze gingen hingegen alle verloren.
Im April 1803 wurde das Kloster Beuerberg aufgelöst, große Teile der Klosterbibliothek wurden an ein Antiquariat in München verkauft. Danach ging die Anlage durch mehrere private Hände, zwischenzeitlich nutzten noch Salesianerinnen das ehemalige Augustiner-Chorherren-Stift. Heute ist die Erzdiözese München und Freising Eigentümer des Klosters, das vor allem wegen seiner ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul bekannt ist. Die frühbarocke Stiftskirche in ihrer heutigen Form, von Probst Eberhard Mayr beauftragt, wird Isaak Paader zugeschrieben.
Zunächst war eine Flüchtlingsunterkunft geplant
Endgültig als Kloster stillgelegt wurde Beuerberg erst 2014. Die letzten Schwestern verließen das Gebäude und siedelten in Alten- und Pflegeheimen nach Schönbrunn bei München und nach Adelholzen um. Im selben Jahr übernahm das Erzbistum die Anlage, im folgenden begann der Umbau des Joseftrakts, in dem eine Flüchtlingsunterkunft geplant war.
Doch sie war bald nicht mehr nötig, und so wurde ein Ort zum Verweilen daraus, das Hotel Josef, für dessen Innengestaltung das Büro Formstelle von Claudia Kleine und Jörg Kürschner verantwortlich zeichnete. Die beiden Diplomingenieure aus Grünwald im Landkreis München haben sich auch als Produktdesigner einen Namen gemacht, für Marken wie Leolux, Pode, Thonet und Zeitraum.
Zeitraum ist auf Möbel aus Massivholz spezialisiert. Die Marke aus Wolfratshausen möblierte einen Großteil der 23 Gästezimmer, aber auch weitere Räume wie das Kaminzimmer, einen Seminarraum sowie einen Gastraum. Zum Einsatz aus der Zeitraum-Kollektion kamen etwa der VNA-Stuhl des Schweizer Designers Florian Hauswirth, das Bett Guest des Berliner Studios Hertel & Klarhoefer (Sebastian Klarhoefer & Peter Hertel) sowie der Sessel Friday 1 von Formstelle.
Das Hotel mit dem Joseftrakt, das sich „als ein Haus der Gastfreundschaft im christlichen Sinne“ versteht, wurde im Sommer eröffnet.

