
Neuer Kelten-Fund in Nidderau: reich ausgestattete Gräber
Nidderau. Spannende keltische Funde häufen sich derzeit in Hessen – nun gibt es eine neue archäologische Entdeckung in Nidderau im Main-Kinzig-Kreis: Bei den Vorbereitungen für die Erweiterung eines Gewerbegebiets ist dort ein keltisches Gräberfeld entdeckt worden, wie der Landkreis mitteilte. Fachleute legten die Fundstätte frei. Sie umfasse insgesamt acht Bestattungen und dürfte aus dem 5. oder 4. Jahrhundert vor Christus stammen, sagte der für den Main-Kinzig-Kreis zuständige Bezirksarchäologe Hardy Prison der Deutschen Presse-Agentur.
Hintergrund der Entdeckung waren archäologische „Routinegrabungen“ als Vorbereitung für die Baumaßnahmen. In diesem Rahmen seien Pläne an verschiedene Behörden gegangen, darunter die Untere Denkmalschutzbehörde des Main-Kinzig-Kreises sowie die Abteilung Hessenarchäologie des Landesamtes für Denkmalpflege. Da es in der Nachbarschaft bereits bekannte archäologische Fundstellen gebe – so auch direkt in Nidderau ein weiteres bekanntes Gräberfeld – sei der künftigen Bebauung nur unter der Auflage einer vorherigen archäologischen Ausgrabung zugestimmt worden.
Bronzeschmuck, Lanze und Schwert
Tatsächlich entdeckten die Fachleute zu Beginn der Untersuchungen einige Vorratsgruben und Spuren ehemaliger Holzhäuser aus dem 8. Jahrhundert vor Christus, also der beginnenden Eisenzeit. Dies sei angesichts der Vielzahl vergleichbarer Denkmäler im Rhein-Main-Gebiet noch kein ungewöhnliches Ergebnis gewesen, hieß es in der Mitteilung des Landkreises.
Vor wenigen Tagen und kurz vor dem eigentlich geplanten Grabungsende seien dann die reich ausgestatteten Gräber entdeckt worden, darunter vermutlich mehrere Frauengräber, die kostbaren Schmuck aus Bronze enthalten hätten. „Vor allen Dingen ein Grab stach heraus: Dem wohl männlichen Verstorbenen hatte man neben einem Gefäß auch Schmuck, eine Lanze und ein Schwert mitgegeben.“
