
Wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern und es auch nachts nicht mehr richtig abkühlt, werden viele Wohnungen zu warm. Einige flüchten ins Freibad oder an den See. Während der vergangenen Hitzewelle wurde es aber auch dort zu heiß. Zuflucht boten deswegen andere kühle Orte: Bibliotheken und Museen.
Einige Museen bleiben kostenlos, um Ältere zu schützen
Auch das Museum ermöglicht kulturelle Teilhabe. Meist wird zwar Eintritt verlangt, für finanziell schwächer Aufgestellte existieren aber Vergünstigungen. Einige städtischen Museen, zum Beispiel in Aachen, Lüneburg und Erfurt, erheben bei Temperaturen von mehr als 30 Grad keinen Eintritt, um vulnerablen Gruppen Schutz zu bieten. Der ist notwendig, denn die Hitzewelle Ende Juni hat in Deutschland Hunderten das Leben gekostet. Ein Museumsbesuch ist folglich eine gute und kühle Idee, wenn die Hitze nur nicht dazu führt, dass kulturelle Orte früher schließen, wie es aktuell in Paris zu beobachten ist. Bei Temperaturen von 35 Grad wurde der Louvre schon um 16 Uhr geschlossen, das Musée d’Orsay um 17 Uhr.
Da Bibliotheken in vielen Bundesländern sonntags geschlossen bleiben, boten diese keine Zuflucht, obwohl sie ebenfalls Orte der Begegnung, Kultur und Freizeit sind, die folglich auch außerhalb regulärer Arbeitszeiten öffnen sollten. In Frankfurt sind die Universitätsbibliotheken am gesamten Wochenende geschlossen, die Deutsche Nationalbibliothek sonntags. Im Koalitionsausschuss vom 2. Juli wurde nun immerhin beschlossen, dass öffentliche Bibliotheken ab Januar 2027 auch sonntags öffnen dürfen.
In Berlin sind Bibliotheken zwar auch am Wochenende geöffnet, dafür schließt 2030 für mindestens elf Jahre die Staatsbibliothek am Potsdamer Platz. Einen Ausweichort gibt es bislang nicht. Das Grimm Zentrum der Humboldt-Universität ist zu Prüfungszeiten schon früh morgens überfüllt; die Staatsbibliothek Unter den Linden auch an anderen Tagen. Immerhin die Bibliothek der Technischen Universität Berlin ist seit 2025 rund um die Uhr geöffnet.
Museen und Bibliotheken können gegen die Hitze schützen, wenn deren Kapazitäten denn ausreichen. Das Städel in Frankfurt hat eine der erfolgreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Museums gerade beendet, „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat.“ Trotz Hitzewelle. Der Zuspruch sei auf das Interesse am Ausstellungskonzept zurückzuführen, doch auch die kühlen Temperaturen im Innenraum sorgten für einen angenehmen Besuch und natürlich die beruhigenden Wasserbilder der Küste.
