Auf den Berghütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) kommt es aufgrund von Wasserknappheit derzeit zu Einschränkungen. »Wir haben auf fast allen Hütten derzeit Mangellagen, da werden die unterschiedlichsten Maßnahmen ergriffen«, sagte DAV-Sprecher Julian Rohn. Es handle sich um eine »neue Dimension«, sagte er.
Rohn zufolge sind in einigen Hütten die Waschräume nicht mehr zugänglich, in anderen müssen herkömmlichen Spültoiletten durch trockene Alternativen ersetzt werden. Um den Küchenbetrieb aufrechterhalten zu können, wird etwa das Trinkwasser auf der Blaueishütte bei Berchtesgaden derzeit unter hohen Kosten per Hubschrauber geliefert.
Berghütten werden in der Regel durch oberflächennahe Wasservorräte aus Niederschlägen oder dem Schmelzwasser von Schneefeldern und Gletschern versorgt. Durch den Klimawandel steht aber Jahr für Jahr weniger Wasser zur Verfügung. Vor allem die hochalpinen Hütten leiden unter diesen Veränderungen.
Trockenheit und Hitze verschlechtern die Situation
»Im Moment betrifft es flächendeckend alle«, sagte Rohn. Dabei sei es noch vergleichsweise früh in der Saison. Nach zwei schneearmen Wintern und einer langen Trockenperiode ohne Niederschläge verbunden mit ausgedehnten Hitzeperioden ist die Lage allerdings verschärft.
Deutschland wurde in den vergangenen Wochen von mehreren Hitzewellen getroffen. Im Juni 2026 erreichte die Temperatur mehrere Tage hintereinander neue Höchstwerte. Am 27. Juni wurde in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt eine Rekordtemperatur von 41,8 Grad gemessen.
Der Alpenverein ruft Bergsteigerinnen und Bergsteigern auf, bei Hüttenbesuchen bewusst Wasser zu sparen. Dafür empfiehlt der Verband folgende Tipps: Duschen vermeiden und beim Einseifen das Wasser abdrehen, Wasser beim Zähneputzen und Händewaschen ebenfalls sparsam verwenden und Kleidung tragen, die nicht sofort gewaschen werden muss.
