Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) empfiehlt seiner Partei, in der Führungsdebatte um Kanzler Friedrich Merz innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen. »Ich kann es schwer ertragen, wie wir miteinander reden«, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. »In einer Zeit, wo die AfD Stimmen sammelt, die Menschen sich von der Politik abwenden, ist kein Zeitpunkt für Streitereien untereinander«, mahnte er. »Wir müssen liefern und nicht streiten.«
Auf die Frage, was Merz von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und dessen schwarz-grüner Landesregierung lernen könne, reagierte der 73-jährige Reul genervt. In seinem Alter habe er »keine Lust mehr«, solche Fragen zu beantworten oder Anderen zu sagen, wie sie es besser machen müssten, sagte er.
Merz hatte den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) für
einen umfangreichen Umbau in Fraktion, Regierung und Partei genutzt. Mit der Ernennung dreier neuer Bundesminister und der Wahl des bisherigen Kanzleramtschefs Thorsten Frei zum neuen Unionsfraktionschef konnte der Kanzler den
größten Teil seiner Personalrochade am Mittwoch abschließen. Vor allem der Austausch von
Verkehrsminister Patrick Schnieder befeuerte Unmut in Merz’ eigener
Partei.
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.
