Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 35/2026.
Herbert Grönemeyer hat schon in den größten Stadien gesungen, die Fußball-WM in Deutschland
beschallt und so viele Preise entgegengenommen, dass man damit vermutlich eine Garage
füllen könnte. An diesem Abend aber steht er woanders als sonst: in der zweiten
Reihe, zwischen Chorsängerinnen aus Sachsen-Anhalt im Magdeburger Dom. »Das
Firmament hat geöffnet, wolkenlos und ozeanblau«, singen
sie, singen also gemeinsam Grönemeyers Lied Mensch, und man muss schon fast
automatisch heulen, wenn ein Chor diesen Song interpretiert, der auch nach Hunderten Radiodurchgängen noch seltsam berührend ist. Nur manchmal hört man
bei der Aufführung kurz das berühmte »Ooooooooaaah«, Grönemeyers signature
sound, der immer klingt, als ziehe er ihn unter größten Mühen aus sich
selbst hervor.
