Die für den Schutz von Infrastruktur zuständige Division soll nach Angaben der Bundeswehr wachsen. »Wir haben ja im Moment eine avisierte Stärke von 6.500 Soldatinnen und Soldaten. Wir werden aber bis 2035 auf weit über 10.000 Soldaten wachsen«, sagte Generalmajor Andreas Henne dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Die bisherige Zahl reiche zwar aus, um eine Anfangsbefähigung herzustellen, für einen längeren Konflikt aber nicht. Man werde »Heimatschutzbataillone« und »Unterstützungsbataillone« sowie »eine signifikant höhere Zahl an Soldatinnen und Soldaten haben«, sagte Henne.
Die von der Bundeswehr im vergangenen Jahr aufgestellte Division für den Heimatschutz in Deutschland ist der vierte Großverband des Heeres. Ihr Soldaten sollen Infrastruktur wie Häfen, Flughäfen, Brücken, Bahnlinien und Energieanlagen schützen sowie einen Truppenaufmarsch Verbündeter absichern können.
Hintergrund des Ausbaus ist die veränderte Sicherheitslage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. In Friedenszeiten unterstützten Heimatschützer andere Einheiten der Bundeswehr bei Sicherungsaufgaben, der Objektsicherung und logistischen Abläufen. Sie helfen auch bei der Bewältigung von Naturkatastrophen oder schweren Unfällen.
Bundeswehr verzeichnet mehr Bewerbungen
Die Bundeswehr sucht seit Jahresbeginn verstärkt junge Menschen, die freiwillig Wehrdienst leisten. Grund dafür ist die gewachsene russische Bedrohung. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rechnet mit 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten sowie einer auf 200.000 verdoppelten Reserve.
Zuletzt hatte die Bundeswehr einen Zuwachs an Bewerberinnen und Bewerbern verzeichnet. Allerdings ist auch die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung weiter steil angestiegen. Als Gründe für die Zunahme der Verweigerungen gelten die angespannte Sicherheitslage sowie das neue Wehrdienstgesetz.
