Donald Trump könnte eine Rolle bei der Entscheidung des Herzogpaars von Sussex gespielt haben, „für eine längere Zeit“ ins Vereinigte Königreich zurückzukehren. Zu überraschend fiel diese Entscheidung, auch wenn sich Prinz Harry zuletzt vorsichtig seiner Heimat und Teilen seiner Familie angenähert hatte. Noch vor einem Jahr hatte Harry gegenüber der BBC gesagt, er könne sich „keine Welt vorstellen, in der ich meine Frau und Kinder zurück ins Vereinigte Königreich bringen würde“. Dabei verwies er auf seine Sicherheitsbedenken. Denn ein besonderer Schutz, vom Steuerzahler finanziert, steht ihm und seiner Familie in Großbritannien nicht mehr zu, das wurde höchstrichterlich bestätigt.
Doch nicht nur Harrys Welt hat sich seit dem Interview geändert. Die Welt scheint aus den Fugen geraten. Harrys Wunsch, dass seine Kinder, der sieben Jahre alte Prinz Archie und die fünf Jahre alte Prinzessin Lilibet, schon im nächsten Monat auf eine britische Schule gehen können und nicht auf eine amerikanische, war wohl ebenfalls ausschlaggebend. Und so ist zwar noch nichts offiziell bestätigt, weder von den Sussexes noch von Buckingham-Palast, doch die Koffer sind offenbar schon gepackt.

Mehrere Quellen, die beiden Parteien nahestehen, berichten, dass Harrys Vater, König Charles III., erst am Sonntag von der geplanten Rückkehr informiert worden sei. Darüber sei im Sommer nicht gesprochen worden, als Harry und Meghan mit ihren Kindern Charles und seine Frau Camilla in Highgrove in der südwestenglischen Grafschaft Gloucestershire besuchten. Es war eine Annäherung, das erste Treffen mit der Schwiegertochter seit dem Jahr 2022. Mehr aber auch nicht, wie der König klargemacht haben soll.
Keine offiziellen Aufgaben für das Herzogpaar
Demnach wird Harrys Familie nicht einfach wieder Teil des Königshauses. Sie wird in keine königliche Residenz ziehen, sondern in ein privates Haus, das offenbar schon bereitsteht. Das Herzogpaar wird auch keine offiziellen Aufgaben übernehmen, also nicht Teil des engsten Kreises des Monarchen werden, der „arbeitenden Royals“. Charles entspricht damit den klar geäußerten Wünschen seines Sohns und den entsprechend geschlossenen Vereinbarungen der vergangenen Jahre.

Der 41 Jahre alte Herzog und die 45 Jahre alte Herzogin bleiben also „Privatpersonen“ ohne staatlich finanzierten Personenschutz. Charles dürfte sich dennoch darüber freuen, seine beiden Enkelkinder in der Nähe zu wissen. Bruder William hingegen und seine Frau, Prinzessin Catherine, werden – zumindest vorläufig – auf Distanz bleiben. Das Thronfolgerpaar soll ebenfalls am Sonntag von der Entscheidung erfahren haben. Eine Versöhnung scheint fast unmöglich, der Bruch unüberwindbar. William, so heißt es, kann seinem jüngeren Bruder nicht verzeihen, dass er die königliche Familie verlassen und sie danach immer wieder verleumderisch angegangen hat. Besonders seine Frau Catherine wurde immer wieder zur Zielscheibe in Harrys Buch „Reserve“, in Netflix-Serien und dem Oprah-Winfrey-Interview im März 2021.
Mit ihrem Geschäftsmodell gescheitert
All das spülte Geld in die herzogliche Kasse. Insgesamt sind Meghan und Harry mit ihrem Geschäftsmodell aber gescheitert. Wie schon Harrys Großmutter, Königin Elisabeth II., sagte: „Halb drinnen und halb draußen“ funktioniert nicht. Harry kann seinem Schicksal nicht entkommen, schon gar nicht, wenn er stets die Prinzenkarte zieht und mit seiner Frau durch die Welt reist, als wären das Paar in offizieller Funktion auf Staatsbesuchen unterwegs, wie zum Beispiel im April auf ihrer viertägigen Reise durch Australien. Das Interesse an den beiden nahm zudem selbst in den Vereinigten Staaten zunehmend ab. Ihre letzten Projekte, wie etwa Meghans 2024 gegründete Lifestyle-Marke As Ever, floppten.

Auch der Kreis der vermeintlichen Freunde in Kalifornien nahm kontinuierlich ab. Meghan hatte als ehemalige Schauspielerin auch nicht wieder Fuß in Hollywood fassen können. Allerdings zählte sie nie zu den Stars der Filmbranche, hatte nur eine größere Rolle in der leidlich erfolgreichen Serie „Suits“. So ist die Rückkehr in Harrys Heimat, die er, wie er mehrfach betonte, schmerzlich vermisst hat, auch ein Eingeständnis des Scheiterns.
Ihr Haus in Montecito behalten sie erst einmal
Und ein Neuanfang. Sollte sich das Paar im Königreich gut einleben, dann könnte das nächste Jahr zu einem Wendepunkt werden. 2027 steht zum einen der 30. Todestag von Prinzessin Diana an. Das groß geplante Gedenken an die Mutter von William und Harry könnte die Brüder womöglich wieder zusammenbringen. Zudem scheint Harry zu hoffen, dass sein Vater die Invictus-Spiele im nächsten Sommer gemeinsam mit ihm eröffnet. Die sportlichen Wettkämpfe für vom Krieg versehrte Soldaten, eine Herzensangelegenheit des Prinzen, finden im nächsten Juli in Birmingham statt.
Meghan und Harry scheinen langfristiger zu planen. Dennoch halten sie sich eine Hintertür offen, wie es heißt. Ihr 13-Millionen-Euro Haus im kalifornischen Montecito behalten sie jedenfalls vorläufig. Und sollten sie nicht nach Trumps Amerika zurückkehren wollen, bleibt ihnen immer noch ihr Urlaubsdomizil in Portugal.
