
Er gab 1981 mit der Erfindung von „Wetten, dass ..?“ der deutschen Fernsehunterhaltung einen Schub und kämpft öffentlich mit viel Energie für Parkinson-Erkrankte: Bei einer Gala in Marl hat der TV-Moderator Frank Elstner bei der Verleihung des Grimme-Preises die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes bekommen.
Die Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbands, Ex-Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, würdigte Elstner als „Idol der eigenen Kindheit“. Er habe mit unglaublicher Kreativität neue TV-Formate erfunden. Zugleich gehe er sehr offen mit seiner eigenen Parkinson-Erkrankung um und habe damit für Verständnis für die Krankheit gesorgt. „Er hat dieses Stigma beseitigt“, sagte Kramp-Karrenbauer.
Elstner wirbt für mehr Parkinson-Forschung
Der 84-Jährige zeigte sich gerührt über den Preis und hielt in seiner Dankesrede ein Plädoyer für mehr Forschungsgeld gegen Parkinson. „Ich weiß, dass den 450.000 Kranken in Deutschland mit dieser Krankheit, dass denen geholfen werden kann, wenn die Forschung mehr Geld kriegt“, sagte er. Der TV-Moderator, der seine Erkrankung selbst öffentlich gemacht hatte, engagiert sich seit Jahren für Betroffene von Parkinson und unterstützt die Parkinson-Stiftung.
Gute Fernsehunterhaltung müsse „interessant sein, neugierig machen und es muss Arbeit dahinterstecken“, sagte Elstner vor Beginn der Veranstaltung in einem WDR-Interview. Auf die Arbeit der Kaulitz-Brüder als künftige Moderatoren von „Wetten, dass ..?“ sei er gespannt, sagte Elstner in einem Interview des Grimme-Instituts. Bill und Tom Kaulitz sollen am 5. Dezember als „Wetten, dass ..?“-Moderatoren starten.
Preis für Golineh Atai
Bei der Preis-Gala, moderiert von Linda Zervakis, wurden insgesamt 16 Produktionen mit Grimme-Preisen ausgezeichnet, dazu kamen drei Sonderpreise. Grimme-Chefin Çiğdem Uzunoğlu lobte die usgezeichneten Filme. Sie machten Komplexität in einer Zeit sichtbar, die allzu oft nach Vereinfachung verlange.
NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) unterstrich die Bedeutung des Qualitäts- und Wissenschaftsjournalismus angesichts gesteuerter Desinformation und KI-generierter Inhalte. Die Grimme-Preise böten solchem Journalismus eine Bühne, sagte er.
Der Preis für die Besondere journalistische Leistung erhielt die Kairoer ZDF-Korrespondentin Golineh Atai für ihre ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt, wie die Preisjury lobte.
In der Kategorie Fiktion erhielt unter anderem ein Frankfurter „Tatort“ den Grimme-Preis: der Krimi „Tatort: Dunkelheit“ (ARD Degeto/hr). Die Geschichte erzählt von einem Serienmörder, dessen Taten enttarnt werden, als bei einer Wohnungsauflösung menschliche Überreste entdeckt werden.
In der Kategorie Information & Kultur wurde der Privatsender RTL2 für den Zweiteiler „Hass. Hetze. Hoffnung“ über Alltagsrassismus gegen asiatisch aussehenden Menschen mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet.
In der Kategorie Unterhaltung vergab die Jury einen Preis an die Prime-Video-Serie „Gerry Star“ – eine Comedy-Serie über einen erfolglosen Musikproduzenten, der sich selbst aber als Hitproduzent, Frauenschwarm und Geschäftsmann darstellt. Ausgezeichnet wurden außerdem „MAITHINK X – Die Show (2025)“ (ZDF) – eine Wissenssendung mit der promovierten Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim.
