
Der Anlagenhersteller Gea hat sowohl im Umsatz als auch im Auftragseingang im zweiten Quartal ein zweistelliges Wachstum erzielt. „Dies ging Hand in Hand mit höherer Profitabilität. So etwas schaffen im aktuellen Umfeld nur sehr wenige Maschinenbauer“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Klebert zur Vorlage der Halbjahreszahlen am Montag.
Ende Juli hatte Gea den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Der Anlagenbauer erwartet nun ein Umsatzwachstum zwischen sechs und acht Prozent nach fünf bis sieben Prozent zuvor. Die Ebitda-Marge vor Restrukturierungsaufwand soll zwischen 17 und 17,4 Prozent liegen. Zuvor war der Vorstand noch von 16,6 bis 17,2 Prozent ausgegangen.
Jedes zweite Bier kommt aus Maschine von Gea
Trotz der guten Entwicklung hat Gea gerade zum wiederholten Mal in den vergangenen Jahren ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Mit 500 Millionen Euro fällt es größer aus als zuvor. Denn der Vorstand glaubt, dass Gea bessere Wachstumsaussichten hat, als der Aktienkurs spiegelt. Nachdem es an der Börse lange Zeit steil bergauf gegangen war, schwankt der Kurs seit einem Jahr in einem Korridor von gut 20 Prozent auf und ab. Derzeit wird die Aktie um rund 64 Euro gehandelt, das ist in etwa so viel wie vor einem Jahr.
Gea gehört vielleicht nicht zu den bekanntesten deutschen Unternehmen, aber aus den Maschinen des Düsseldorfer Unternehmens kommen jedes zweite Bier und jeder vierte Liter Milch. Bei Spaghetti oder anderen Nudeln sieht es ähnlich aus: Ein Großteil der Packungen, die Kunden im Supermarkt finden, wird auf Gea-Maschinen hergestellt. Auch in Krisenzeiten, in denen Menschen an großen Ausgaben für Möbel, Autos oder Luxusartikel eher sparen, werden solche Produkte weiterhin konsumiert. Zudem gibt es eine breite Varianz an Anlagen, die Gea liefert. So beliefern die fast 19.000 Mitarbeiter auch Impfstoffproduzenten oder andere Pharmaunternehmen.
Aufgrund des stabilen Wachstums in den vergangenen Jahren stieg Gea im September in den Leitindex Dax auf. Während es einige Industrieunternehmen gibt, die von einer Sonderkonjunktur profitieren, etwa weil sie Waffen herstellen oder von Lieferengpässen durch den Konflikt im Nahen Osten gestützt werden, hat Gea sich in den vergangenen Jahren eher leise zu einem stabilen Spieler im Markt entwickelt.
Das war nicht immer so. Als Klebert im Jahr 2019 Vorstandsvorsitzender von Gea wurde, hatte das Unternehmen zuvor siebenmal nacheinander seine Prognose herabsetzen müssen. Klebert kam als Restrukturierer, der den strauchelnden Maschinenbauer stabilisieren sollte. Er baute Stellen ab und die Organisation um.
