Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat das staatliche Energieunternehmen Sefe angewiesen, mehr Erdgas einzuspeichern. Sefe teilte mit, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Anweisung gegeben habe, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern. Dem Handelsblatt zufolge sei der Schritt in Abstimmung mit Bundeskanzler Friedrich Merz erfolgt.
Bereits Mitte September hatte Reiche den Gasimporteur aufgefordert, Gas zur Befüllung der Speicher einzukaufen, was jedoch keine formale Anweisung war. Die Speicherung für Händler lohnt sich wegen der Preisentwicklung als Folge des Irankrieges derzeit kaum.
Gasmangel schon im Januar möglich
Der Gasspeicher-Verband INES warnte vor Engpässen im Fall eines sehr kalten Winters. Die Speicher seien Anfang September nur zu rund 53 Prozent gefüllt gewesen. Dies sei der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Bei extrem tiefen Temperaturen könne es im Januar zu einem Gasmangel kommen.
Laut dem Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, ist ein Füllstand der deutschen Gasspeicher von 80 Prozent bis zum 1. November nicht mehr erreichbar. Die Speicher seien jedoch nicht allein wichtig für die Gasversorgung im Winter, sagte Müller. »Wir haben mit vier Flüssiggasterminals eigene Kapazitäten geschaffen. Wir können aus Norwegen, aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich Gas beziehen.«
Reiche hatte zuletzt über die Pläne der Regierung zum Erhalt der Gasversorgung gesprochen. »Wir haben Vorkehrungen getroffen, für jedes Szenario«, sagte sie. Der Staat dürfe nicht selbst zum Preistreiber werden, »sonst sind hohe Energiepreise das Ergebnis, und unsere Wirtschaft wird noch mehr belastet«. 2022 war über einen staatlichen Eingriff Gas gekauft worden, nachdem aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Gaslieferungen aus Russland ausgeblieben waren.
