Die Bundesregierung hat die Einladung der USA an Russlands Staatschef Wladimir Putin, am G20-Gipfel in Miami teilzunehmen, nur zurückhaltend kommentiert. Man nehme das »zur Kenntnis«, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. »Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass Präsident Putin bisher nicht über die Einladung entschieden hat.« Für die Bundesregierung gebe es »angesichts des Kriegs in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland«, sagte Kornelius. Die Vorbereitungen zum Gipfel seien im Gange, man stimme sich dazu eng mit den Partnern ab.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Mittwoch nach einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow gesagt, er hoffe auf eine Teilnahme Putins am diesjährigen Gipfel, der am 14. und 15. Dezember in Miami stattfinden soll. Damit beantwortete Rubio eine Frage danach, ob er von einem baldigen Treffen Putins mit US-Präsident Donald Trump ausgehe. Eine Teilnahme Putins an dem Gipfel sei eine Gelegenheit dazu, sagte der US-Außenminister.
Putin nahm zuletzt 2019 an G20-Gipfel teil
Zuletzt hatte sich Putin im August 2025 im US-Bundesstaat Alaska mit Trump getroffen. Es war zugleich die erste Auslandsreise des russischen Staatschefs in ein westliches Land seit der Anfang 2022 begonnenen Vollinvasion der Ukraine. 2023 hatte der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen den russischen Staatschef ausgestellt. In den vergangenen Jahren reiste Putin ausschließlich in asiatische Länder sowie nach Belarus. Die USA erkennen den IStGH nicht an.
Trump hatte sich bereits im Frühjahr für eine Teilnahme Putins an dem Gipfel ausgesprochen und sie als »hilfreich« bezeichnet. Zuletzt hatte Putin 2019 physisch an einem Treffen der G20 teilgenommen, per Video zugeschaltet war er zuletzt 2021. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte zur US-Einladung, man nehme sie »mit Dank entgegen« und werde eine mögliche Teilnahme Putins an dem Treffen prüfen.
Die EU-Kommission teilte mit, sie werde den russischen Krieg gegen die Ukraine auf dem Gipfel verurteilen, »unabhängig der Teilnehmer« des Treffens. Russland habe als Mitglied der G20 das Recht, daran teilzunehmen. Zur G20-Gruppe gehören 19 Länder sowie die EU und die Afrikanische Union.
Russland lehnt Teilwaffenruhe in der Ukraine ab
US-Außenminister Rubio hatte sich am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit Lawrow getroffen. Bei dem knapp einstündigen Gespräch ging es unter anderem um einen Vorstoß der USA zu einer Teilwaffenruhe in der Ukraine. Die US-Regierung hatte zuvor vor allem die Angriffe der Ukraine auf Russlands Ölindustrie kritisiert. Trump hatte sich am Dienstag bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über eine mögliche Feuerpause beraten.
Selenskyj rechtfertigte in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung die Attacken mit dem Ziel, die russischen Finanzierungsquellen für den Krieg gegen sein Land auszutrocknen. Zugleich unterstützte er den US-Vorschlag einer Feuerpause für Angriffe auf den Energiesektor, wenn Russland dazu auch bereit sei. Lawrow teilte nach dem Treffen mit Rubio mit, dass Russland eine Feuerpause weiterhin ablehne. Ähnlich hatte sich vor dem Treffen der Außenminister auch Putins Sprecher Peskow geäußert.
