Bei der Fußballweltmeisterschaft können Spieler, die in einer Konfrontation mit dem Gegner ihre Hand vor den Mund halten, künftig mit einer Roten Karte bestraft werden. Mit der neuen Regel solle diskriminierendes Verhalten verhindert werden, begründeten die internationalen Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) ihre Entscheidung. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte die Änderung gefordert.
Zunächst gilt die Regel lediglich bei der Weltmeisterschaft, die im Juni in den USA, Kanada und Mexiko beginnt. Ob sie auch in anderen Wettbewerben wie beispielsweise der Bundesliga oder der Champions League zur Geltung kommt, ist den Organisatoren überlassen. Es sei aber möglich, dass dies langfristig verpflichtender Bestandteil der Regeln werde, teilte das Ifab mit.
Rassismusvorwurf in der Champions League
Hintergrund der Debatte war ein Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon. Lissabons Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Ihm wurde daraufhin vorgeworfen, sich rassistisch geäußert zu haben. Prestianni bestritt dies.
»Es muss vermutet werden, dass ein Spieler etwas gesagt hat, das er nicht hätte sagen dürfen – sonst hätte er seinen Mund nicht bedecken müssen«, sagte Fifa-Chef Infantino. »Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu. So einfach ist das.«
Auch in einem anderen Punkt wurden die Regeln für die WM verschärft. Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen, können ebenfalls die Rote Karte sehen. Mit der Anpassung reagierte das Ifab auf die Vorkommnisse beim Afrika-Cup-Finale zwischen Marokko und dem Senegal, bei dem die senegalesischen Spieler aus Protest den Platz verließen.
