Kanada gegen Bosnien-Herzegowina. Zweimal haben die Kanadier an einer WM teilgenommen, noch nie haben sie dabei ein Spiel gewonnen. Damit das dieses Mal klappt, werden die Gastgeber bei ihrer Eröffnungsfeier alles auffahren, was abseits des Eishockeyfelds Rang und Namen hat: Alessia Cara und Michael Bublé werden singen, Alanis Morissette wird die Hymne darbieten (gleich mehr dazu). Und die Kanadier haben sich für diese besondere Mission Entwicklungshilfe aus der Fußballnation USA geholt: Der frühere Leipzigtrainer Jesse Marsch soll Kanada zum ersten Mal in die K.-o.-Phase einer WM führen. Viele sehen im netten Ami den real gewordenen Ted Lasso, jenem fiktiven fußballfernen US-Trainer, dem in der gleichnamigen Serie ein Premier-League-Team anvertraut wird. Vielleicht ja, weil Marsch Sätze sagt wie: »Es gibt in mir schon diese amerikanische Arroganz, dass ich sehr an das glaube, was ich tue.« Wenn er abschalten will, presst er Öl aus den Oliven, die auf seinem Grundstück in Italien wachsen. Wir drücken die Daumen für eine gute Ernte. Oder, wie es Ted Lasso sagte: »It’s the hope that kills you. I disagree.«