Es ist „on brand“, wie Amerikaner sagen, passt wie die Handfessel ums Handgelenk bei Massenverhaftungen durch die Schergen der Immigration and Customs Enforcement (ICE): Die Regierung Trump hat das erfolgreiche Auftreten der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft für ihre Make-America-Great-Again-Agenda gekapert. Das Department of Homeland Security (DHS), Trumps Heimatschützer, setzt den Ton: frappant nationalistisch, latent fremdenfeindlich und mit erkennbaren Anleihen bei Losungen aus den dunkelsten Zeiten des 20. Jahrhunderts.
Das Bild, das vom DHS am Freitag auf Elon Musks Plattform X gepostet wurde, zeigt drei jubelnde amerikanische Fußball-Nationalspieler, über die eine sehr große Überschrift und eine kleinere Unterzeile in Versalien gesetzt wurden. „DEFEND THE HOMELAND“, verteidigt das Heimatland. „ONE NATION. ONE HOMELAND. ONE TEAM.“ Eine Nation. Ein Heimatland. Eine Mannschaft.
Kommentiert – ebenfalls in Versalien – wurde das Photoshop-Werk vom Ministeriumsaccount mit den Worten „Our soil“ (deutsch: Unser Boden) und einer amerikanischen Flagge. Ein weiterer Post zeigt ein Mannschaftsfoto vor einem Stahlzaun. Unter den Füßen der Spieler steht: „BUILT THE WALL“ – die Mauer gebaut.

Seither läuft jeder Spieler der WM mit dem FIFA-Slogan „Football unites the world“, Fußball vereint die Welt, auf, auch Folarin Balogun, Sergiño Dest und Chris Richards, derer sich das DHS bemächtigt hat. Balogun ist „birthright“-Amerikaner, Sohn einer Mutter, die vom Personal einer Fluglinie hochschwanger an der Abreise aus New York gehindert wurde, Dest in den Niederlanden geborener doppelter Staatsbürger.
Den Heimatschutz-Propagandisten ist das herzlich egal, auch das ist Teil des Programms dieser MAGA-WM. Welchen Schaden die WM derzeit in den Vereinigten Staaten nimmt, ist womöglich erst in einigen Jahren zu erkennen. 2034 werden saudische Ministerien Botschaften mit WM-Bezug zu versenden haben.
